Hitze bedroht Leben älterer Menschen

IAT zeigt Praxisansätze aus Pilotprojekt in Recklinghausen

Pressemitteilung vom 01.07.2025
Redaktion: Marco Baron

Mit extremen Temperaturen zeigt der Sommer aktuell, wie gefährlich Hitzewellen besonders für ältere Menschen sein können. Die neue Ausgabe Forschung aktuell 07/2025 des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen (IAT) stellt ein Pilotprojekt aus Recklinghausen vor, das zeigt, wie alleinlebende Seniorinnen und Senioren durch eine direkte, zugehende Betreuung während Hitzeperioden besser geschützt werden können. Die Ergebnisse machen deutlich: Lokale, alltagsnahe Präventionsangebote können Leben retten und gehören in jede kommunale Hitzevorsorge.

„Unser Projekt HitzeRE zeigt, wie wichtig zugehende Angebote sind, die im Alltag der Menschen ansetzen und Vertrauen aufbauen“, erklärt Dr. Peter Enste, Leiter des Forschungsschwerpunkts Gesundheitswirtschaft & Lebensqualität am IAT. „Klassische Informationskampagnen reichen hier oft nicht aus.“ Im Rahmen des Pilotprojekts stellte sich auch heraus, dass viele ältere Menschen auch nicht wissen, welche Auswirkungen Medikamente bei extremer Hitze haben können. Ärztliche Praxen und Apotheken sollten nach Auffassung der Wissenschaftler des IAT diese Beratung stärker in den Fokus rücken.

In Recklinghausen wurden Seniorinnen und Senioren während Hitzeperioden telefonisch betreut mit Erinnerungen ans Trinken, praktischen Tipps zum Lüften und konkreten Hinweisen zu Medikation und Verhalten. Die Resonanz war durchweg positiv. Das Konzept wurde als einfach, alltagsnah und entlastend erlebt. Die Ergebnisse zeigen auch, wie groß der Handlungsbedarf ist – nicht nur in Recklinghausen, sondern überall: „Hitzeprävention muss Teil einer sozial gerechten Stadtentwicklung werden“, so Enste.

Die Ausgabe 07/2025 der Forschung aktuell ist kostenfrei als Download verfügbar unter www.iat.eu/publikationen/forschung-aktuell.

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Peter Enste(Gesundheitswirtschaft & Lebensqualität)

Publikation zum Thema:

JahrTitel / ZitationDokumententypLinks / Downloads
2025

2025:  

Hitzeprävention für alleinlebende ältere Menschen in Recklinghausen II

Citation:  

Enste, P., Cirkel, M., Sarwary, H., Schellenberger, L. & Tillmann, H. (2025): Hitzeprävention für alleinlebende ältere Menschen in Recklinghausen II. Forschung Aktuell, 2025 (07). Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen. https://doi.org/10.53190/fa/202507

Abstract

Auf den Punkt
• Hitze wird als belastend empfunden. Das tatsächliche Gefährdungspotenzial großer Hitze für die Gesundheit wird aber deutlich unterschätzt.
• Insbesondere starke Temperaturschwankungen in kurzer Zeit und hohe Luftfeuchtigkeit wirken sich belastend aus.
• Zwischen Hitze und Medikation wird nur von den Wenigsten ein Zusammenhang gesehen. Die diesbezügliche Aufklärung durch die behandelnden Ärzt:innen und Apotheken ist sehr verbesserungsbedürftig.
• Passive Informations- und Hilfsangebote werden durch die besonders gefährdeten vulnerablen Personen kaum wahrgenommen.
• Strukturell verankerte zugehende Lösungen sind schwierig zu realisieren, trotzdem aber vielversprechend.

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Hitzeprävention
© IAT/Peter Enste