Migrant:innen als Gestalter:innen der wirtschaftlichen Erholung / MigMatch

Ein Matching regionaler Gründungsbedarfe und -angebote in NRW

Jede vierte Existenzgründung erfolgte 2019 durch Migrant:innen – das sind 160.000 von 605.000 Gündungen (Metzger, 2020). Sie sind als Selbständige sowie Gründer:innen von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung. Von der Nahversorgung im Quartier, über das Handwerk und die Industrie bis hin zu wissensintensiven Dienstleistungen, finden sich migrantische Unternehmen in allen Bereichen der Wirtschaft.

Migrant:innen gelten aufgrund ihrer höheren Risikobereitschaft und unternehmerischer Rollenvorbilder in Teilen als gründungsaffiner (Metzger, 2020). Rund 61 % der migrantischen Gründer:innen hatte 2019 selbständige Bekannte oder Verwandte, während sich der Anteil ist der Gesamtbevölkerung auf lediglich 48[ belief (ebenda). Daneben werden Nachteile am Arbeitsmarkt als ursächlich für die Gründungshäufigkeit erachtet. Rund 32 % der migrantischen Gründungen erfolgt 2019 in Ermangelung von Erwerbsalternativen, insgesamt waren es lediglich 23 % (Metzger, 2020).

Laut dem Global Entrepreneurship Monitor 2020 (Sternberg et al., 2020) liegt der Anteil der Migrant:innen, die aus dem Motiv heraus die Welt verändern zu wollen eine Gründung anstreben (66 %), im Vergleich zu den nicht-migrantischen Gründer:innen (42 %) relativ hoch.

Nordrhein-Westfalen ist Heimat vieler Zugewanderter. In 2020 lebten rund 5,3 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund1 im Land, davon rund 13,8% mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Innovation lebt bekanntermaßen von Vielfalt und kreativen Ideen, damit eröffnet sich für NRW ein enormes unternehmerisches Potenzial.

 

Um dieses Potenziale für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu entfalten, benötigen wir Ihre Hilfe.

Ziel dieser gemeinsam vom Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und dem ISM Mainz durchgeführten Studie ist es, die regionalen Gründungsbedarfe und Beratungsangebote zu erheben. Mit der Beantwortung des Fragebogens leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu, regionale Gründungsbedarfe und Gründungsangebote abzugleichen.

 

Literatur

Metzger, G. (2020): Wieder mehr migrantische Gründungen. Volkswirtschaft Kompakt, Nr. 205. KfW Research. Online abrufbar (letzter Abruf: 29. Juni 2021).

Sternberg, R. et al. (2020): Global Entrepreneurship Monitor – Unternehmensgründungen im weltweiten Vergleich. Länderbericht Deutschland 2019/20. Eschborn: RKW Kompetenzzentrum. Online abrufbar (letzter Abruf: 29. Juni 2021).

 

 

 

1 Zu den Personen mit Migrationshintergrund zählen Personen, ohne deutsche Staatsangehörigkeit oder Personen, die seit 1950 in das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind oder Personen mit mindestens einem zugewanderten Elternteil. (Mikrozensus).

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