Mit Arbeitszeitgestaltung Pflegeberufe stärken

Projekt Pflege:Zeit zeigt Lösungen gegen Fachkräftemangel

Pressemitteilung vom 02.09.2025
Redaktion: Marco Baron

Mit dem Projekt Pflege:Zeit haben das Institut Arbeit und Technik (IAT), die MA&T Sell & Partner GmbH und die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach gemeinsam neue Ansätze der Arbeitszeitgestaltung in der stationären Altenpflege erprobt. Im Rahmen von drei betrieblichen Experimentierräumen entstanden Konzepte für mobiles Arbeiten, selbstorganisierte Dienstplanung und flexible Vertretungslösungen. Ergebnis: mehr Souveränität für Beschäftigte, höhere Zufriedenheit und eine gestärkte organisationale Resilienz.

Pflegeberufe stehen unter Druck: Steigender Personalbedarf, hohe Belastungen und herausfordernde Rahmenbedingungen machen es notwendig, neue Lösungen zu finden. Genau hier setzte das zweijährige Projekt Pflege:Zeit an, das im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert und durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet wurde.

„Das Projekt hat gezeigt, dass innovative Arbeitszeitgestaltung auch in der stationären Altenpflege möglich ist, wenn man Beschäftigte konsequent beteiligt und wenn Führungskräfte lernen, Verantwortung zu teilen“, erklärt Silke Völz, Wissenschaftlerin am Forschungsschwerpunkt Arbeit & Wandel des IAT.

Drei Experimentierräume, ein Ziel

Im Zentrum des Projekts standen drei Experimentierräume in den Pflegeheimen der Sozial-Holding Mönchengladbach:

Führungskräfte erhielten parallel Trainings, um Mitgestaltung der Beschäftigten zu ermöglichen und zu fördern. „Wir haben den Mut gefasst, mit Arbeitszeiten bewusst zu experimentieren, mit klaren Regeln, aber auch mit Offenheit für Neues“, sagt Dr. Paul Fuchs-Frohnhofen, Projektleiter bei MA&T.

Mehr Resilienz und Zufriedenheit

Die Evaluation der Dienstleistung Innovation Pflegeforschung GmbH (DIP) zeigte: Die neuen Ansätze steigerten die Zufriedenheit der Beschäftigten mit der Arbeitszeitgestaltung, erhöhten die Transparenz und stärkten die Resilienz der Einrichtung.

„Die Erfahrungen sind für uns wertvoll und zukunftsweisend“, betont Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding Mönchengladbach. „Wir werden die Konzepte weiterführen und ausweiten, weil sie Pflegeberufe attraktiver machen und gleichzeitig die Versorgungsqualität sichern.“

Transfer in die Praxis

Die Ergebnisse wurden in der Broschüre „Zwischen Souveränität und Solidarität: Arbeitszeitgestaltung in der stationären Altenpflege“ veröffentlicht. Sie bietet Handlungsempfehlungen für andere Einrichtungen und zeigt praxisnah, wie Experimentierräume genutzt werden können, um u.a. Arbeitszeit beteiligungsorientiert zu gestalten.

„Das Projekt Pflege:Zeit verdeutlicht, dass Flexibilität und Verlässlichkeit kein Widerspruch sein müssen“, fasst Silke Völz zusammen. „Die Kombination aus Souveränität der Beschäftigten und Solidarität im Team macht die Pflege resilienter.“

 

Als wissenschaftliche Ansprechpartnerin steht zur Verfügung: Silke Völz, Durchwahl 0209/1707-131, voelz@iat.eu

 

Weitere Informationen und kostenloser Download der Broschüre unter www.projekt-pflegezeit.de.

 

Das INQA-Experimentierraum-Projekt „Pflege:Zeit“ wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) sowie der Richtlinie „Zukunftsfähige Unternehmen und Verwaltungen im digitalen Wandel“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Das Projekt wurde durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet.

Zwischen Souveränität und Solidarität: ARBEITSZEITGESTALTUNG IN DER STATIONÄREN ALTENPFLEGE – Ergebnisse aus dem INQA-Projekt Pflege:Zeit
Zwischen Souveränität und Solidarität: ARBEITSZEITGESTALTUNG IN DER STATIONÄREN ALTENPFLEGE – Ergebnisse aus dem INQA-Projekt Pflege:Zeit | © Verlag der MA&T Sell & Partner GmbH

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Silke Völz(Arbeit & Wandel)

Publikationen zum Thema:

JahrTitel / ZitationDokumententypLinks / Downloads
2025

2025:  

Souveräne Arbeitszeitgestaltung im Zusammenspiel von Arbeits- und Versorgungsqualität.

Zitation:  

Wirth, L., Völz, S., Schröer, L., Fuchs-Frohnhofen, P., Wallrafen, H., Hintzen, L. Großmann, H. & Vinck, L. (2025): Souveräne Arbeitszeitgestaltung im Zusammenspiel von Arbeits- und Versorgungsqualität. In Fuchs-Frohnhofen, P., Wirth, L. M. & Wallrafen, H. , Zwischen Souveränität und Solidarität: Arbeitszeitgestaltung in der stationären Altenpflege – Ergebnisse aus dem INQA-Projekt Pflege:Zeit. (54-60). Würselen: Verlag der MA&T Sell & Partner GmbH.

Dokumententyp:  

Beitrag in

Links / Downloads:  


2025

2025:  

Handlungsempfehlungen zum mobilen Arbeiten in der stationären Langzeitpflege.

Zitation:  

Völz, S. & Vinck, L. (2025): Handlungsempfehlungen zum mobilen Arbeiten in der stationären Langzeitpflege. . In Fuchs-Frohnhofen, P., Wirth, L. M. & Wallrafen, H., Zwischen Souveränität und Solidarität: Arbeitszeitgestaltung in der stationären Altenpflege – Ergebnisse aus dem INQA-Projekt Pflege:Zeit. (29-32). Würselen: Verlag der MA&T Sell & Partner GmbH.

Abstract

Das Projekt Pflege:Zeit – durchgeführt von der MA&T Sell & Partner GmbH (MA&T), dem Institut Arbeit und Technik
(IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt und Recklinghausen und der Sozial-Holding der Stadt
Mönchengladbach GmbH (Sozial-Holding Mönchengladbach) – hat im Rahmen der INQA-Förderrichtlinie „Organi-
sationale Resilienz“ Möglichkeiten der Arbeits(zeit)gestaltung im Berufsfeld Pflege untersucht.
Übergeordnete Projektziele waren, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden mit der Arbeitszeitgestaltung zu verbessern,
die organisationale Resilienz – durch ein Ansetzen an den Resilienzfaktoren Führung und Gesundheit – zu steigern
und die Versorgungsqualität zu sichern, indem neue Arbeitszeitlösungen in Zusammenarbeit von Führungskräften,
Beschäftigten und Interessenvertretungen experimentierförmig entwickelt und implementiert wurden.
In dieser Broschüre werden Ergebnisse dieses Projektes wiedergegeben und für die Praxis aufbereitet.
Im Mittelpunkt des Projektes stand die Experimentierraum-Methode, die den Rahmen darstellte, in dem Beschäftigte
und Führungskräfte neue Ideen zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung in der stationären Altenpflege entwickeln und
ausprobieren konnten. Diese Methode wird in dem ersten Beitrag dieser Broschüre vorgestellt, reflektiert und auf ihre
Anwendung in anderen Einrichtungen und für andere Themen hin geprüft und aufbereitet.
Praktische Erfahrungen in drei Experimentierräumen der Arbeitszeitgestaltung bei der Sozial-Holding der Stadt
Mönchengladbach, dem praktischen Projektpartner, werden im zweiten Beitrag kurz beleuchtet. Konkrete Handlungs-
empfehlungen für mobiles Arbeiten in der Pflege, die auf Basis der praktischen Erkenntnisse erstellt wurden, werden in
dem darauffolgenden Kapitel dargestellt.
Dem schließt sich ein kurzer Bericht aus der wissenschaftlichen Projektevaluation der Dienstleistung, Innovation,
Pflegeforschung GmbH (DIP) an.
Bei der Umsetzung neuer Konzepte zur Arbeitszeitgestaltung kann es sinnvoll sein, die gefunden Regelungen in einer
Betriebsvereinbarung zu hinterlegen, die dann für alle Beteiligten einen guten Rahmen darstellt, die neuen Lösungen
in der Praxis umzusetzen. Dazu wurde im Pflege:Zeit-Projekt eine Orientierungshilfe entwickelt, die hier wiedergege-
ben ist.
Den Abschluss dieser Broschüre bildet ein Beitrag, in dem die Projektmitarbeitenden das Zusammenspiel zwischen
den Rahmenbedingungen, den Organisationen, pflegebedürftigen Personen und ihren An- und Zugehörigen
sowie den Mitarbeitenden hervorheben. Für etwaige Arbeitszeitgestaltungsaspekte wurde vor allem das Zusammen-
spiel von Arbeits- und Versorgungsqualität als maßgeblich identifiziert. Entsprechend der Einschätzung des Pflege:-
Zeit-Teams haben die Projekterfahrungen gezeigt, dass zukünftig mehr Freiräume und Vertrauen in betriebliche
Experimente genutzt werden sollten, um eine dynamische Balance zwischen den Faktoren zu erhalten und so die
organisationale Resilienz von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zu stärken.

Dokumententyp:  

Beitrag in

Links / Downloads:  


2025

2025:  

Praktische Erfahrungen in drei Experimentierräumen und den Führungskräfte-Workshops des Pflege:Zeit-Projektes bei der Sozial-Holding Mönchengladbach.

Zitation:  

Großmann, H., Hintzen, L., Honka, A., Manten, T., Schröer, L., Vinck, L. & Völz, S. (2025): Praktische Erfahrungen in drei Experimentierräumen und den Führungskräfte-Workshops des Pflege:Zeit-Projektes bei der Sozial-Holding Mönchengladbach. In Fuchs-Frohnhofen, P., Wirth, L. M. & Wallrafen, H. , Zwischen Souveränität und Solidarität: Arbeitszeitgestaltung in der stationären Altenpflege – Ergebnisse aus dem INQA-Projekt Pflege:Zeit. (19-27). Würselen: Verlag der MA&T Sell & Partner GmbH.

Dokumententyp:  

Beitrag in

Links / Downloads:  


2025

2025:  

Die Experimentierraum-Methode als Vorgehensmodell für partizipative Organisationsentwicklung.

Zitation:  

Schröer, L., Völz, S. & Wirth, L. (2025): Die Experimentierraum-Methode als Vorgehensmodell für partizipative Organisationsentwicklung. In Fuchs-Frohnhofen, P., Wirth, L. M. & Wallrafen, H. , Zwischen Souveränität und Solidarität: Arbeitszeitgestaltung in der stationären Altenpflege – Ergebnisse aus dem INQA-Projekt Pflege:Zeit. (8-17). Würselen: Verlag der MA&T Sell & Partner GmbH.

Dokumententyp:  

Beitrag in

Links / Downloads: