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Laufzeit: 06/2024 – 06/2027
Eingebettet in unsere Forschungsarbeiten zu sozialen Innovationen und deren Wirkungsmessung, strebt das Projekt ESIA – European Social Innovation Alliance die Einrichtung und die systematische Weiterentwicklung Nationaler Kompetenzzentren (NCCs) für soziale Innovation in Deutschland, Luxemburg, Estland und den Niederlanden an. Diese NCCs fungieren als zentrale Knotenpunkte zur Förderung, Vernetzung und Implementierung evidenzbasierter sozialer Innovationsansätze. Ziel ist es, durch die Stärkung nationaler Innovationsökosysteme einen substantiellen Beitrag zur Erreichung der strategischen Zielsetzungen der Europäischen Union im Bereich sozialer Innovationen zu leisten.

Projektförderung
Europäische Kommission (ESF+)
Gefördert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Agentur für den Europäischen Sozialfonds wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür haftbar gemacht werden.
Projektbeschreibung
ESIA zielt darauf ab, den komplexen und dynamischen gesellschaftlichen Herausforderungen Europas durch die systematische Anwendung und Operationalisierung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich sozialer Innovationen zu begegnen. Es verfolgt einen innovativen, integrativen Ansatz zur Förderung sozialer Innovationen und zur Stärkung des Engagements auf zivilgesellschaftlicher und organisationaler Ebene. Im Zentrum stehen die Etablierung und der Ausbau „Nationaler Kompetenzzentren“ (NCCs) für Soziale Innovation in Deutschland, Luxemburg, Estland und den Niederlanden. Diese NCCs fungieren als zentrale Wissens- und Vernetzungsplattformen, die den Transfer evidenzbasierter Praktiken, den interdisziplinären Austausch sowie die Implementierung wirkungsvoller sozialer Innovationsprozesse unterstützen. Dadurch sollen die nationalen Innovationsökosysteme nachhaltig gestärkt und die übergeordneten strategischen Zielsetzungen der Europäischen Union im Bereich sozialer Innovationen gefördert werden.
Die Projektpartner:innen bringen dabei spezifische Expertise in den Bereichen der Unterstützung von Sozialinnovator:innen, der Nutzung und Gestaltung von EU-Förderprogrammen sowie der sozialwissenschaftlichen Forschung zu sozialen Innovationen, Social Investment und Wirkungsmessung („Impact Measurement“) ein. Die interdisziplinäre und transnationale Kooperation bildet die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung koordinierter Maßnahmen zur Förderung sozialer Innovationen auf verschiedenen räumlichen Ebenen – von kommunaler über regionale und nationale bis hin zur europäischen Ebene. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, durch evidenzbasierte Beiträge zur Schaffung eines förderlichen Innovationsökosystems beizutragen, die Rahmenbedingungen für Soziale Innovationen zu optimieren und den Dialog mit Entscheidungsträger:innen, privaten Finanzierungsakteuren sowie der breiten Öffentlichkeit zu intensivieren.
Kooperationspartner
Social Impact gGmbH (SI)
TU Dortmund (SFS)
Finanzierungsagentur Social Entrepreneurship (FASE)
Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND)
Wider Sense
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (CSI)
Diakonisches Werk Schleswig-Holstein (DIAKONIE-SH)
Mittetulundusuhing Sotsiaalsete Ettevotete Vorgustik (Estland)
Sihtasutus Kodanikuuhiskonna Sihtkapital (Estland)
Tallinn University (Estland)
Heateo SA (Estland)
Social Enterprise NL (Niederlande)
Kennisland (Niederlande)
Sihtasutus Vorumaa Arenduskeskus (Estland)
Tartu Ulikool (Estland)
Ministère du Travail (Luxembourg)
Universiteit Utrecht (Niederlande)
Ministry of Social Affairs and Employment (Niederlande)
Projektziele
Die Partnerschaft verfolgt das Ziel, leistungsfähige nationale Kompetenzzentren für Soziale Innovation zu etablieren, die in grenzüberschreitende Netzwerke und Kooperationen eingebunden sind, um gegenseitigen Mehrwert zu schaffen. Diese Zentren sollen Sozialinnovator:innen, politische Akteur:innen sowie Projektverantwortliche auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene auf transparente, koordinierte und zielorientierte Weise fördern und dabei Möglichkeiten zum Experimentieren sowie zum Transfer von Wissen und Expertise eröffnen.
- Wissens- und Kapazitätsaufbau
- Bereitstellung einer unabhängigen Ressource für Projektträger im Themenfeld Soziale Innovation, insbesondere für Ministerien und ESF-Verwaltungsbehörden, die für die Umsetzung von Art. 13 der ESF+-Verordnung zuständig sind
- Entwicklung von Sensibilisierungs-, Informations-, Beratungs-, Mentoring- und Coaching-Angeboten, um sozialinnovative Initiativen zu stärken und erfolgreiche Ansätze zu verbreiten.
- Beitrag zur Entwicklung (sofern noch nicht vorhanden) und Umsetzung einer nationalen Strategie für soziale Innovation.
- Wissenstransfer
- Wissenstransfer und Sicherstellung der Schaffung einer fundierten Wissensbasis und deren Transfer auf nationaler und transnationaler Ebene (insbesondere durch Ökosystem-Analysen)
- Entwicklung von evidenzbasierten Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung der transnationalen Zusammenarbeit im Themenfeld Soziale Innovation.
- Identifizierung und Entwicklung geeigneter Instrumente und Methoden mit dem Ziel, ein gemeinsames Instrumentarium zur Unterstützung sozialer Innovation zu schaffen (Train-the-Trainer, Unternehmensinkubation, soziale Finanzierung, Wirkungsmessung/Impact Measurement).
- Neue Partnerschaften
- Unterstützung sozialinnovativer Initiativen beim Aufbau von Partnerschaften mit Behörden, akademischen Einrichtungen, privaten Organisationen sowie Organisationen des dritten Sektors, um neue Beziehungen oder Kooperationen zu knüpfen.
- Nutzung von Synergien, insbesondere hinsichtlich der Konzeption, Unterstützung, Überwachung und durchgängigen Berücksichtigung innovativer Maßnahmen, die in den Folgejahren mithilfe von ESF+- und EaSI-Mitteln ausgeweitet, weiterentwickelt und/oder wiederholt werden könnten.
- Vernetzung und Unterstützung von „Upscaling“
- Förderung eines transparenten, kollaborativen, transnational eingebetteten und fokussierten Netzwerks um jedes nationale Kompetenzzentrum
- Ständige Reflexion unserer Arbeit durch Vernetzung mit anderen NCCs, Austausch von eigenem Fachwissen und - wo möglich - Nutzung von Synergien.
- Scouting vorbereiten und Upscaling (durch Replikation oder Anpassung) von 1-2 SI-Projekten in einem anderen Land testen.
Methodisches Vorgehen
Das IAT bringt seine Expertise in der Wirkungsmessung sozialer Innovationen in ESIA und das Nationale Kompetenzzentrum Deutschland (KOSI) ein. Das methodische Vorgehen im Projekt basiert der Entwicklung und Implementierung sogenannter „Middle-range Impact Models“ (Wirkmodelle mittlerer Reichweite, s. hierzu ausführlich Zielinski et al., 2025), die als standardisierte, aber flexibel anpassbare Vorlagen für die Wirkungsmessung verschiedener sozialer Interventionen dienen. Aufbauend auf unseren früheren Forschungsarbeiten (u.a. IndiSI+ und ISI), werden diese Modelle eine Sammlung von Blaupausen bereitstellen, die es ermöglichen, Ressourcen effizienter zu nutzen, Vergleichbarkeit zu erhöhen und eine einheitliche Schulung von Fachkräften zu fördern. Die Modelle werden mit einem Mix aus standardisierten und interventionsspezifischen Indikatoren verknüpft, die systematisch erhoben, zugänglich gemacht und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit evaluiert werden
In Kooperation mit dem CSI Heidelberg trägt das Institut Arbeit und Technik (IAT) maßgeblich zur Umsetzung dieser Methodik bei. Gemeinsam etablieren sie eine transnationale Community of Practice (CoP) zum Thema Wirkungsmessung, die als Plattform für den Austausch von Erfahrungen, Methoden und Indikatoren dient. Diese CoP ermöglicht Peer-to-Peer-Lernen, die Entwicklung gemeinsamer Standards und die Bildung von thematischen Untergruppen für Forschung und Praxis.
Ergänzend werden Workshop-Serien konzipiert und getestet, um die Anwendung der Middle-Range-Modelle zu vermitteln sowie die Auswahl und Konstruktion relevanter Wirkungsindikatoren zu erleichtern. Ergänzt werden diese durch eine vergleichende Studie zu den in europäischen Förderprogrammen und öffentlichen Behörden angewandten Wirkungsmessmethoden, um bewährte Verfahren zu dokumentieren, zu analysieren und zu verbreiten.
Zur Förderung des fachlichen Austauschs und der Weiterentwicklung von Impact Measurement und Management (IMM) initiieren IAT und CSI zudem virtuelle „Round Tables“. Diese runden Tische bringen Forschende und Praktiker:innen aus verschiedenen Ländern zusammen, um Best Practices, aktuelle Forschungsergebnisse und methodische Ansätze zu diskutieren sowie Standardisierungsprozesse voranzutreiben.
Projektleitung
Dr. Judith Terstriep
Mitarbeitende
Maria Rabadjieva
Kontaktdaten Koordinator
Sven Zivanovic
Projektleitung
Social Impact gGmbH
Schiffbauergasse 7
14467 Potsdam