Ausgangslage, Ziel und Forschungsfragen des Vorhabens

Die Stadt Gladbeck hat sich im Jahr 2025 erfolgreich im Rahmen des Förderprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSF) beworben. Bis 2032 erhält die Stadt jährlich Fördermittel, um die „Partnerschaften für Demokratie“ vor Ort zu entwickeln und zu stärken. Ziel ist es feste Netzwerkstrukturen zu etablieren.

Um ein partizipatives Vorgehen zu garantieren, wurde ein Begleitausschuss der Glad-becker Partnerschaft für Demokratie etabliert. Im Rahmen dieses Begleitausschusses soll ein kommunales, bedarfsorientiertes Handlungskonzept mit strategischen Zielen für die Arbeit in den nächsten Jahren erarbeitet werden (https://gladbeck.de/index.asp?form=detail&db=404&id=4986). Die im Rahmen dieses Vorhabens zu erstellende Situations- und Ressourcenanalyse „Demokratie leben!“ Stadt Gladbeck soll die empirische Basis und wissenschaftliche Grundlage für die Erarbeitung des Handlungskonzepts bilden. Folgende Fragen sollen dabei aufgegriffen und beantwortet werden:

  1. Welche Faktoren prägen maßgeblich den Raumkontext (z.B. Einwohnerzahl, demographische Entwicklung, wirtschaftliche Situation, politische Einstellungsmuster, Wahlverhalten, politisch motivierte Kriminalität)?
  2. Welche Problemlagen, die in einem Zusammenhang mit den Zielen des Bundesprogramms „Demokratie leben!" stehen (Demokratie fördern. Vielfalt gestalten. Extremismus vorbeugen), existieren vor Ort (in der Kommune bzw. Gemeinde bzw. Region)?
  3. Welche Ursachen lassen sich für diese Probleme identifizieren?
  4. Inwiefern erschweren spezifische Akteur*innen oder Netzwerke eine konstruktive Bearbeitung der identifizierten Problemlagen? Welche Akteur*innen tragen zu den identifizierten Problemen bei?
  5. Welche Akteur*innen und Netzwerke der demokratischen Zivilgesellschaft (auch: Bürger*innen-Bündnisse, Vereine etc.) sind vor Ort präsent, die zu einer konstruktiven Bearbeitung und Lösung der Probleme beitragen bzw. beitragen können?
  6. Welche kommunalpolitischen Akteur*innen, Organisationen und Institutionen können zu einer konstruktiven Bearbeitung der identifizierten Probleme beitragen?
  7. Wie kann die sektorübergreifende Kooperation zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und ggf. auch Sicherheitsbehörden vor Ort gestärkt werden?
  8. Welche Unterstützung benötigen Akteur*innen bei der Entwicklung und Durchführung gemeinsamer Handlungsstrategien vor Ort? Welcher Bedarf existiert? Besteht Bedarf an dezidierten Schutzangeboten für exponierte Akteur*innen? Wenn ja, welche?
  9. Welche Angebote der Unterstützung (auch: Beratung, Fortbildung, Qualifizierung, Schutz) eröffnen sich durch die überregionale Vernetzung, insbesondere mit anderen Partnerschaften für Demokratie und den Ländern (Landes-Demokratiezentren, mobile Beratung etc.)?
  10. Welche Ansätze und Maßnahmen (auch aus anderen Kommunen bzw. Regionen) bieten sich zur Bearbeitung der Problemlagen an?
  11. Welche Angebote und Möglichkeiten der Partizipation und demokratischen Gestaltung gibt es vor Ort? Können diese zur Lösung der Problemlage zielführend eingesetzt werden?

Methodisches Vorgehen

Zur Beantwortung der Fragen wird ein Methodenmix aus quantitativen und qualitativen Methoden gewählt.

In einem ersten Schritt (AP 1) erfolgt eine umfangreiche Internet-, Dokumenten- und Literaturanalyse zum Stand der Forschung „Demokratie Leben in Deutschland“. Neben aktuellen Ergebnissen aus der Demokratie- und Konfliktforschung werden auch bestehende Situations- und Ressourcenanalysen anderer Modellvorhaben aus dem Pro-grammbereich gesichtet.

Darüber hinaus wird mittels Internetrecherchen, Dokumenten- und Literaturanalysen die Ist-Situation in Gladbeck in Hinblick auf die Forschungsfragen analysiert. Für die Analyse des Raumkontextes werden vorhandene Daten der amtlichen Statistik der Stadt Gladbeck ausgewertet. Um die Ursachen für mögliche Probleme für die Ist-Situation zu erheben sowie mögliche Bedarfe zur Problemlösung und Demokratiestärkung zu erkennen, sollen in AP 2 leitfadengestützte ExpertInneninterviews mit Akteuren aus Politik und Verwaltung, dem Bildungsbereich, den Wohlfahrtsverbänden, der organisierten Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Arbeitnehmenden etc. durchgeführt werden. Die Ergebnisse aus AP 1 und AP 2 werden dann mittels der SWOT-Analyse detailliert analysiert. Diese Zwischenergebnisse werden in einer power-point-Analyse aufbereitet und mit der Auftraggeberin diskutiert.

Die Ergebnisse der SWOT-Analyse dienen auch der Erarbeitung von Handlungsempfehlungen (AP 3). Hierzu werden die Ergebnisse der SWOT-Analyse im Rahmen eines Workshops „Demokratie leben in Gladbeck“ mit ausgewählten Akteuren diskutiert. Aufbauend darauf werden die Handlungsempfehlungen erarbeitet. Die Ergebnisse werden praxisnah in einem Bericht aufbereitet.

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