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Lernen für das Leben / EvAH

Ziel und Aufgabenstellung

Heilerziehungspfleger/innen sind für die pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung sowie für die Betreuung und Assistenz von Menschen mit Behinderung zuständig. Sie begleiten stationär und ambulant bei der Alltagsbewältigung. Heilerziehungspfleger/in ist eine landesrechtlich geregelte schulische Aus- bzw. Weiterbildung an Fachschulen. Der aktuelle Paradigmenwechsel in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen bietet Anlass, die praktische Ausbildung von Heilerziehungspfleger/innen weiterzuentwickeln: Statt der Konzentration auf intrapersonelle Defizite werden Denk- und Handlungsmuster der Professionellen auf Assistenz und Barrierearmut in der Umwelt gerichtet, um so Teilhabeeinschränkungen reduzieren zu können. Neue bzw. veränderte normative Grundlagen, v. a. die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (2009), das WTG (2014), die ICF (2001) sowie das BTHG (2017-2023) bieten den Rahmen, um die praktische Ausbildung weiterzuentwickeln. Die Einrichtungen stehen vor zahlreichen Herausforderungen, die die Ausbildung am „Lernort Praxis“ erschweren und eine Standardisierung erfordern (z.B. Fachkräftemangel, größere Komplexität der Unterstützungsbedarfe).

Während in der theoretischen Ausbildung die Anpassung an die veränderten Anforderungen schon weitestgehend gelungen ist, kann dies für den Lernort Praxis lediglich für Teilbereiche festgestellt werden. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des Projekts, wissenschaftlich begründete Handlungsempfehlungen zu liefern, die eine standardisierte praktische Ausbildung von Heilerziehungspfleger/innen ermöglichen. Diese soll aktuelle Rahmenbedingungen und berufsfeldspezifische Anforderungen in der Heilerziehungspflege gleichermaßen reflektieren.

Projektträger ist das Alters-Institut, Zentrum für Versorgungsforschung und Geragogik gGmbH (Dortmund). Das Team des IAT realisiert in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. R.G. Heinze) die Begleitforschung. Diese konkretisiert sich in zwei Modulen: Zum einen in einem prozessbegleitenden Schwerpunkt der Entwicklungs- und Pilotierungsarbeiten, zum anderen in einem summativen Schwerpunkt, der das veränderte Ausbildungskonzept in seinen Wirkungen analysiert.

Vorgehen

In einer ersten Erhebungswelle werden der aktuelle Stand und die Rahmenbedingungen der praktischen Ausbildung von HeilerziehungspflegerInnen erhoben. Wo möglich und sinnvoll, werden die Ergebnisse direkt als Anregungen an die Projektbeteiligten zurückgespiegelt. In der zweiten Welle wird der Fokus auf die projektbezogenen Innovationen in der praktischen Ausbildung gelegt: Es ist zu beantworten, ob die erarbeiteten und modellhaft in der Praxis implementierten Lösungsoptionen von den Beteiligten und Betroffenen als sinnvoll und adäquat bewertet werden.

Um die Vielfalt der am gesamten Prozess beteiligten Akteure abbilden und einbeziehen zu können, wird ein multiperspektivischer Ansatz verfolgt. Folgende Perspektiven gelten in diesem Zusammenhang als relevant: die Lernenden selbst, die Praxisanleitenden, die Teams der Einrichtungen, in denen die praktische Ausbildung stattfindet, die Lehrenden der Berufskollegs, die für die theoretische Ausbildung zuständig sind, Mitarbeitervertretungen sowie die Menschen mit Unterstützungsbedarf und deren Angehörige. Das Projekt basiert auf einem qualitativen Forschungsdesign, das methodisch Einzelinterviews, teilnehmende Beobachtungen und Gruppendiskussionen kombiniert.

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