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Prof. Dr. Josef Hilbert

Foto von Prof. Dr. Josef Hilbert

Direktor emeritus und Research Fellow

Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft & Lebensqualität

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hilbert@iat.eu

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Direktor emeritus des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen.

Honorarprofessor an den Fakultäten Medizin und Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.

Vorstand der MedEcon Ruhr, der Gesundheitswirtschaftsinitiative der Metropole Ruhr sowie Sprecher des Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen (NDGR e.V.).

Lebenslauf:

Josef Hilbert studierte Soziologie an der Universität Bielefeld und promovierte auch dort. Parallel war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in verschiedenen Forschungsprojekten an der Universität Bielefeld, dem Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin und der Gesamthochschule Paderborn.

Daran anschließend war Herr Hilbert wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Soziologie der Fakultät für Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.

Seit 1989 ist Josef Hilbert am Institut Arbeit und Technik (IAT) in verschiedenen Funktionen als Wissenschaftler, Forschungsgruppen- und Abteilungsleiter tätig.

2003 habilitierte sich Herr Hilbert an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen im Fachgebiet Berufsbildungsforschung.

In 2007 habilitierte er sich um zum Privatdozenten im Fachgebiet Gesundheitsökonomie an der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Mitte 2011 übernahm Josef Hilbert die Aufgabe des alleinigen Geschäftsführenden Direktors am Institut Arbeit und Technik.

Anfang 2014 ernannte die Ruhr-Universität Bochum Josef Hilbert zum Honorarprofessor.

Teamplayer, Netzwerker der Gesundheitswirtschaft und Visionär mit Bodenhaftung

Auf über 30 Jahre Tätigkeit am Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) blickt der Soziologe und Gesundheitsökonom Prof. Dr. Josef Hilbert zurück, wenn er sich am 28. Februar 2020 in den Ruhestand verabschiedet. Hilbert baute am IAT den Forschungsschwerpunkt „Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität“ auf und leitete das Institut seit 2011 als geschäftsführender Direktor. Sein Team organisiert zum Abschied eine Fachtagung, die Kernthemen seiner Arbeit in den Mittelpunkt stellt. Hochkarätige Referent*innen und langjährige Wegbegleiter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik tragen zum Programm bei.

Hilbert ist Honorarprofessor an der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied im Vorstand der MedEcon Ruhr, der Gesundheitswirtschaftsinitiative der Metropole Ruhr. Er gehört zu den Gründern und ist Vorstandsvorsitzender des Netzwerks Deutsche Gesundheitsregionen (NDGR e.V.). Stationen seines Berufswegs führten von der Universität Bielefeld über das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin und die Gesamthochschule Paderborn an die Ruhr-Universität Bochum. Anfang 2003 habilitierte er an der Universität Duisburg-Essen in „Berufsbildungsforschung“; 2007 habilitierte er sich an der Ruhr-Universität Bochum im Fachgebiet Gesundheitsökonomie und lehrt dort seitdem an den Fakultäten für Medizin und Sozialwissenschaft. 2014 wurde er von der Ruhr-Universität zum Honorarprofessor ernannt.

Seine Kolleg*innen und Kooperationspartner*innen schätzen ihn als Teamplayer, der aus konstruktiver Zusammenarbeit Gewinn und Inspiration zieht. Oft verblüfft Hilbert damit, dass er die Entwicklungsdynamik von wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungs- und Gestaltungsprozessen vorausahnt. Wichtig war ihm immer, dass seine Arbeiten im ‚wahren Leben‘ auf Interesse stießen und er hoffen konnte, dass sie Wirkung hinterlassen. Am IAT mit seiner Ausrichtung auf die grundlagenbasierte Anwendungsforschung war er damit bestens aufgehoben.

Abbildung Hilbert
Nach über 30 Jahren Tätigkeit am IAT verabschiedet sich Prof. Dr. Josef Hilbert in den Ruhestand. Foto: Peter Braczko

Inhaltliche Akzente setzte der Wissenschaftler u.a. mit seinen Arbeiten zur Berufsbildungspolitik. Mit einem neuen, „korporatistischen Ansatz“ untersuchte er in seiner ersten Habilitation 2003 an der Universität Duisburg-Essen (UDE) das Berufsbildungsgeschehen in den Gesundheitsberufen und empfahl, diesen bislang staatlich geregelten Bereich des Berufsbildungsgeschehens unter das Dach des korporatistischen Berufsbildungsgesetzes zu bringen. Eine Untersuchung zu „Neue Technologien und Soziale Sicherung“ kam bereits Ende der 80-er Jahre zu dem Ergebnis, dass ein garantiertes Mindesteinkommen sich auf absehbare Zeit nicht realisieren ließe und Politik stattdessen (wohl oder übel) auf Verbesserungen in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik setzen solle.

Für die regionale Innovations- und Strukturpolitik waren die Arbeiten und Veröffentlichungen zur Frage: „Können Konkurrenten Partner werden?“ wegweisend. Die Ergebnisse flossen ein in die Gründung von Gesundheitsregionen deutschlandweit, in denen sich Akteure aus der Branche für Fragen der Gesundheits- und Regionalentwicklung engagierten und engagieren. Hilberts Rat in diesem Gestaltungsfeld war und ist deutschlandweit gefragt.  

Unter dem Stichwort „Das Virtuelle Altenheim“ starteten bereits Mitte der 90-er Jahre Forschungsprojekte zur Nutzung der Digitalisierung für gute Arbeit und bessere Qualität in der Pflege. Die Themen waren der Zeit deutlich voraus, sind dafür aber noch heute verblüffend aktuell. Heute arbeiten seine Kolleg*innen im IAT-Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität in nationalen wie internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten für digital gestützte Versorgungslösungen bei Diabetes oder Herzinsuffizienz und für gesundes und aktives Alter(n). 

„Den Staat neu denken“ lautete 1995 der Titel eines von ihm mitherausgegebenen Buches, in dem das Konzept vom „Aktivierenden Staat“ umrissen wurde. Dieses galt zum einen als neues staatstheoretisches Konzept und wurde in vielen Kontexten – von der Verwaltungsmodernisierung über die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik bis zu Kulturpolitik – aufgegriffen; zum anderen wird es bis heute als konzeptionelle Hintergrundmusik für die Hartz-Reformen am Arbeitsmarkt kontrovers debattiert.

Seit der Jahrtausendwende lag der Fokus der Arbeiten von Josef Hilbert auf der Entwicklung der Dienstleistungswirtschaft, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Soziales. Arbeiten aus dem IAT haben zum einen entscheidend dazu beigetragen, dass die gewaltige Bedeutung von Gesundheit und Soziales für den Arbeitsmarkt und für eine zukunftsfähige Wirtschaft mit heute ca. acht Mio. Erwerbstätigen erkannt und transparent wurden – auf Bundesebene, in den Ländern, aber auch in Brüssel. Dieses wirtschaftliche Potenzial kann als Rückenwind für Sozialstaat und Gerechtigkeit genutzt werden, so Hilberts These. Zum anderen waren IAT-Arbeiten deutschlandweit – von Mecklenburg-Vorpommern bis Bayern – eine Basis für integrierte Konzepte der Regionalentwicklung zur Stärkung der Gesundheitswirtschaft „vor Ort“.

Seit einigen Jahren kommen aus dem neu gegründeten IAT-Forschungsschwerpunkt Arbeit und Wandel neue Akzente für eine veränderte Arbeitspolitik im Gesundheits- und Sozialsektor. Die Forschungs-, Entwicklungs- und Gestaltungsarbeiten des IAT in diesem Bereich setzen darauf, die Instrumente der Mitbestimmung und Mitgestaltung und damit die Potentiale der Beschäftigten als Erneuerungs- und Zukunftsressourcen zu nutzen – zum einen, um die Qualität, Wirtschaftlichkeit und Sozial- und Umweltverträglichkeit der gesundheitsbezogenen Produkte und Dienstleistungen zu erhöhen, zum anderen um eine Aufwertung und Attraktivitätssteigerung der Arbeitsplätze möglich zu machen. Für Hilbert „eine Überlebensfrage für die alternde Gesellschaft und – neben der Lösung der ökologischen Herausforderungen – eine der ganz großen Zukunftschancen für eine nachhaltige Wirtschaft!“