Kommunale Sozialpolitik unter Druck

Steigende Ausgaben in der Pflege belasten kommunale Haushalte im Ruhrgebiet

Pressemitteilung vom 07.05.2025
Redaktion: Marco Baron

Die neue Ausgabe der Publikationsreihe Forschung aktuell des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen (IAT) zeigt am Beispiel des Ruhrgebiets, wie steigende Sozialausgaben im Bereich der Hilfe zur Pflege kommunale Handlungsspielräume einschränken. Autorin Elke Dahlbeck beleuchtet, wie sich die finanzielle Lage auf präventive und sozialraumorientierte Ansätze auswirkt und welche strukturellen Veränderungen notwendig wären, um die Kommunen zukunftsfähig aufzustellen.

Ein zentrales Problem: In den Ruhrgebietskommunen sind rund 35 % der stationär versorgten Pflegebedürftigen auf finanzielle Unterstützung angewiesen – Tendenz steigend. In Duisburg etwa erhalten rund 45 Prozent der Menschen in stationären Einrichtungen Leistungen der Hilfe zur Pflege. Zum Vergleich: Im Kreis Höxter liegt diese Quote bei 20,8 %. Die steigenden Ausgaben belasten die kommunalen Haushalte vor allem im Ruhrgebiet erheblich und schmälern die Möglichkeiten für präventive SeniorInnenförderung wie Care Communities oder quartiersbezogene Unterstützungssysteme, die langfristig die kommunalen Haushalte entlasten würden.

„Die kommunalen Akteure wissen, was zu tun ist, doch ihnen fehlen schlichtweg das Geld und die Steuerungsmöglichkeiten, um nachhaltige Konzepte umzusetzen“, erklärt Elke Dahlbeck. „Für eine wirksame SeniorInnenförderung braucht es verlässliche Strukturen, Planungssicherheit und eine solide finanzielle Grundlage.“

Die Analyse macht deutlich: Ohne eine grundlegende Neuausrichtung der Finanzierung sozialer Leistungen auf Bundes- und Landesebene droht eine weitere Überforderung der Kommunen. Nötig sei eine gezielte Entlastung und Förderung mit strukturellem Fokus – anstelle kurzfristiger Modellprojekte.

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Elke Dahlbeck(Raumkapital)

Publikation zum Thema:

JahrTitel / ZitationDokumententypLinks / Downloads
2025

2025:  

Kommunale SeniorInnenförderung im Lichte knapper kommunaler Haushalte

Citation:  

Dahlbeck, E. (2025): Kommunale SeniorInnenförderung im Lichte knapper kommunaler Haushalte. Forschung Aktuell, 2025 (05). Gelsenkirchen: Institut Arbeit und Technik, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen. https://doi.org/10.53190/fa/202505

Abstract / Keywords

Auf den Punkt

  • Die hohen Sozialausgaben belasten die Kommu-
    nen im Ruhrgebiet überdurchschnittlich und
    schränken ihre Handlungsfähigkeit stark ein.
  • Ein wichtiger Kostenfaktor ist die Hilfe zur
    Pflege. Mittlerweile müssen im Ruhrgebiet rund
    35 % aller stationär versorgten Pflegebedürfti-
    gen auf diese Hilfe zurückgreifen, wobei es
    starke regionale Unterschiede gibt und Duisburg
    mit einem Anteil von 45 % die höchsten Anteile
    aufweist.
  • Eine vorbeugende Sozialpolitik und SeniorIn-
    nenförderung hin zu Care Communities könnte
    nicht nur die Lebensqualität der Menschen vor
    Ort verbessern, sondern auch Kommunen finan-
    ziell entlasten.
  • Hierfür bedarf es einer Stärkung der kommuna-
    len finanziellen Handlungs- sowie Steuerungs-
    fähigkeit.

Kommunale Haushalte, kommunale Daseinsvorsorge, SeniorIn- nenförderung, Hilfe zur Pflege

Document type:  

Internet document

Links / Downloads: