Acceleratoren, Inkubatoren und Company Builder im deutschen Innovationssystem

IAT zu neuen Wagniskapitalformen

Pressemitteilung vom 02.09.2021
Redaktion: Claudia Braczko

Acceleratoren, Inkubatoren und Company Builder boomen in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT/ Westfälische Hochschule), in der knapp 1.500 Wagniskapitalgeber, die in den vergangenen Jahren in Deutschland aktiv waren, erfasst werden konnten.   

Die Studie hatte das Ziel einen empirischen Überblick über diese neuen Formen der Wagniskapitalfinanzierung zu geben. Dabei wurden alle Formen der Inkubationsfinanzierung betrachtet, bei denen eine Vergabe von Wagniskapital kombiniert wird mit umfassenden Angeboten an Beratung, Infrastruktur (IT, Büroraum) und Vernetzung mit Kunden und Partnern. Im Einzelnen wurden kurzfristige Beratungsprogramme (Acceleratoren), das längerfristige Angebot von Infrastrukturen (Inkubatoren), unternehmens-interne Gründungen (Company Builder), die Gründung als Dienstleistung im Auftrag anderer Unternehmen (‚Incubation as a Service‘) sowie Initiativen im Eigentum von strategischen Unternehmen (Corporate Accelerator) oder staatlicher Einrichtungen (öffentlicher Inkubator/Accelerator) berücksichtigt. Es ergaben sich folgende Ergebnisse:

Insgesamt hat die Inkubationsfinanzierung in Deutschland ein beachtliches quantitatives Gewicht erreicht, das in der Wagniskapitalpolitik beachtet werden sollte. Während in der öffentlichen Diskussion vor allem über die Kapitalvolumina gesprochen und mehr öffentliches Venture Capital gefordert wird, sind auch die Formen des Wagniskapitals wichtig. Die Inkubationsfinanzierer reagieren auf den Bedarf an dauerhaften und strukturierten Angeboten für Beratung, Infrastruktur sowie Vernetzung bei Unternehmensgründungen. Dabei bieten sie den Gründern – teilweise temporär – einen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen, bevorzugen ein methodisches Vorgehen und vernetzen Finanzwirtschaft, Großunternehmen und staatliche Einrichtungen miteinander. Damit knüpfen sie an bekannte Stärken des deutschen Innovationssystems an. Dies dürfte eine Ursache dafür sein, dass die Inkubationsfinanzierung sich im deutschen Innovationssystems stärker durchzusetzen scheint als z.B. in den USA oder Großbritannien.

 

Die Studie ist entstanden im Rahmen des Projektes „Geschäftsmodell Unternehmensgründung zum Innovationserhalt?“, das Teil des von der Hans-Böckler-Stiftung finanzierten Forschungsverbundes „Die Ökonomie der Zukunft“ ist.

Projekt-Website: https://www.iat.eu/forschung-und-beratung/projekte/2020/company-builder-cbpg-company-builder-als-passfaehige-gruenderunterstuetzung.html

Forschungsverbund-Website: https://www.boeckler.de/de/die-okonomie-der-zukunft-18476.htm

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Christoph Scheuplein(Raumkapital)

Publikation zum Thema:

Scheuplein, Christoph
2021: Neue Wagniskapitalformen in Deutschland. In: Internet-Dokument. Gelsenkirchen: Inst. Arbeit und Technik. Forschung Aktuell, Nr. 09/2021
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ein Wegweiser
Bei der Inkubtionsfinanzierung sind nicht nur die Kapitalvolumina wichtig, vor allem geht es auch um die Formen des Wagniskapitals. canstockphoto19226204