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Gelsenkirchener Teenpreneurs / GE-Teen

Ziel und Aufgabenstellung

Kinder und Jugendliche mit einem Migrationshintergrund sind während der Schulzeit und im späteren Berufsleben mit Hemmnissen der rassistischen und kulturalistischen Ausgrenzung konfrontiert (Fereidooni, 2016). Dies beginnt oft schon bei der Standortwahl der Schule und verstärkt sich in der Phase des Übergangs Schule und Beruf.  So machen Studien und Tagespresse seit Jahren auf das Problem aufmerksam, dass bereits ausländische Vor- oder Nachnamen bei der Auswahl zum Vorstellungsgespräch benachteiligt werden.

 

Allgemein geht es bei Rassismusprävention in diesem Zusammenhang einerseits um die Sensibilisierung der Machtstarken (hierbei privilegierten Akteure), andererseits geht es auch darum „Powersharing“ zu betreiben, sprich durch das Gestalten von Empowerment-Strukturen die Möglichkeiten der Partizipation bzw. der aktiven Mitgestaltung und Selbständigkeit zugunsten der Zielgruppen zu fördern. Das in dem Projekt „Gelsenkirchener Teenpreneurs“ im Rahmen des Gelsenkirchener Präventionsfonds NRWeltoffen (der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen) geplante Entrepreneurship-Training für die Zielgruppe von Jugendlichen zwischen 14-18 wird als ein Instrument und damit eine Maßnahme zur langfristigen Stärkung der Zielgruppe verstanden und eingesetzt, so dass es, nicht alleine, aber im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen am Standort, rassistischer und kulturalistischer Ausgrenzung entgegenwirkt.

 

Wissenschaftliche Studien (David et. al, 2019; David & Coenen, 2017; Echterhoff, 2014) sowie Bildungsberichte (PISA, 2018[1]; Bertelsmann Stiftung und Fondazione Cariplo, 2008) haben herausgefunden, dass Kindern und Jugendlichen heutzutage oft Fähigkeiten fehlen, die unter dem Begriff „entrepreneurial skills/entrepreneurial mind-set“ fallen. Hierbei handelt es sich um Fähigkeiten, die während der Zeit von Ausbildung (Benimmregeln in der Schule, Respekt seinen Mitschüler/innen und dem Lehrpersonal gegenüber, Organisationssinn etc.), aber auch beim Eintritt in das Berufsleben von Vorteil sind. Dazu gehören vor allem:

 

  • selbstständiges Lernen, das dabei hilft neue Situationen zu meistern und die Erarbeitung neuer Themen bzw. Sachgebieten erleichtert,
  • Teamfähigkeit, um mit Kolleg/innen gemeinsam Aufgabenstellungen zu bearbeiten (Co-Design) 
  • Problemlösungsfähigkeit, die ein analytisch-produktives Vorgehen bzgl. offener Fragen ermöglicht;
  • planerisches Denken, das dabei hilft Arbeitsabläufe zu organisieren,
  • analytisches Denken (orientiert an Produktionssysteme), das bei der Aufgliederung von Prozessen hinzugezogen wird,
  • Flexibilität, als Bereitschaft sich in der Welt der „liquid modernity“, d.h. einer Welt des schnellen Wandels, gut zurechtzufinden sowie
  • Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsübernahme, die dazu dienen Konsequenzen eigenen Tuns zu verstehen und zu ertragen sowie über Problemlagen sprechen zu können.

 

„Entrepeneurial Skills“ sind hierbei nicht gleichzusetzen mit dem Unternehmertum im Sinne einer rein profitorientierten Gründungsmotivation, sondern vor allem als ein Portfolio an Fähigkeiten, Kenntnissen und Schlüsselqualifikationen, die Individuen helfen sollen ihr Berufs- und Privatleben besser selbstbestimmt planen, gestalten, auszurichten sowie resilient auf Krisen reagieren zu können. Eine Auseinandersetzung mit diesem Set an Fähigkeiten, so unsere Annahme, fördert Selbstvertrauen und -bewusstsein auf eine anwendungsbezogene Art und Weise und bleibt nicht in theoretischen „Empowerment-Floskeln“ stecken. Die teilnehmenden Jugendliche werden innerhalb dieser Workshopreihe einen hohen Grad an Eigeninitiative und Selbständigkeit aufbringen müssen und werden dazu angehalten ihre eigenen Ideen und Fähigkeiten in das Projekt mit einfließen zu lassen.

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