Evaluation der "Koordinierungsstelle Digital Health Ruhr"

Hintergrund

Am 23.09.2022 hat die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr den Beschluss gefasst, eine koordinierende Einheit in Form einer Koordinierungs- bzw. Netzwerkstelle zur Förderung von Kooperationen und Innovationen im Bereich „Digital Health“ einzurichten, um die Vernetzung der Verbandsmitglieder zu unterstützen und den Informationsfluss zum Thema Digital Health sicher zu stellen (Drucksache 14/0695). In der Drucksache Nr. 14/0832 wurde dieses Vorhaben weiter konkretisiert. So wurde die Gründung zum 01.07.2023 beschlossen, die Stelle mit einem Budget versehen und erste Aufgaben umrissen. Seit dem 1. Juli 2023 ist die durch den Regionalverband eingerichtete und bei Projektpartner MedEcon Ruhr GmbH auf dem Gesundheitscampus Bochum angesiedelte „Koordinierungsstelle Digital Health Ruhr“ als zentrale Anlaufstelle rund um das Thema Digital Health in der Metropole Ruhr aktiv.

Das Institut Arbeit und Technik wurde beauftragt, die Zielerreichung und Wirkung der bisherigen im Rahmen einer Evaluation zu erfassen und zu bewerten.

Zielsetzung und Fragestellungen

Die Evaluation der Koordinierungsstelle Digital Health Ruhr erfolgte unter besonderen zeitlichen Rahmenbedingungen. Für die Konzeption, Durchführung und Auswertung der Evaluation stand ein Zeitraum von lediglich vier Wochen zur Verfügung. Dieser enge Zeitrahmen begrenzte die Möglichkeiten einer umfassenden Evaluation im Sinne eines vollumfänglichen wissenschaftlichen Evaluationsdesigns, insbesondere hinsichtlich der Breite der Datenerhebung, der Tiefe der Analyse sowie der Einbindung weiterer relevanter Stakeholdergruppen.

Vor diesem Hintergrund versteht sich die vorliegende Evaluation als pragmatische und zugleich systematisch angelegte Bestandsaufnahme, die sich trotz der zeitlichen Restriktionen an den Standards der DeGEval (Gesellschaft für Evaluation) orientiert. Diese definieren mit den vier zentralen Qualitätsdimensionen Nützlichkeit, Durchführbarkeit, Fairness und Genauigkeit einen anerkannten Orientierungsrahmen für professionelle Evaluationen.

Vorgehensweise und Methoden

Die der Evaluation zugrunde liegenden Kriterien zielen zum einen auf die Prozessebene, d.h. die Frage, ob die Angebote entsprechend der Ressourcen, dem zeitlichen und finanziellen Plan durchgeführt werden konnten. Zum anderen auf die Wirkungsebene, d.h. gibt es einen dem Mitteleinsatz angemessenen Outcome und der Frage, wie lassen sich die Wirkungen beschreiben?

Das Evaluationskonzept wurde im Mixed-Methods-Design angelegt, es kommen sowohl quantitative als auch qualitative Methoden zum Einsatz. Alle verwendeten quantitativen Daten beruhen auf Datenmaterial, das die Koordinierungsstelle zur Verfügung gestellt hat. Darüber hinaus wurden qualitative Daten im Rahmen von leitfadengestützten Interviews mit verschiedenen Akteuren der Gesundheitswirtschaft (Gesundheitsämter, Wissenschaft, Wirtschaft) erhoben und eine Analyse des digitalen Informationsangebotes durchgeführt.