Fachkräfte gesucht: Neue Studie von Michaela Evans-Borchers

Potenziale für Jobs in Energiewende und sozialer Daseinsvorsorge

Pressemitteilung vom 06.02.2026
Redaktion: Marco Baron

„Fachkräfte gesucht. Potenziale für Jobs in Energiewende und sozialer Daseinsvorsorge heben“ heißt die neue Studie von Michaela Evans-Borchers, die in der Reihe „Impulse für die Finanz- und Sozialpolitik“ der Heinrich-Böll-Stiftung erschienen ist. Die Direktorin des Forschungsschwerpunktes „Arbeit & Wandel“ des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule (IAT) bündelt darin aktuelle Befunde zu Energiewende, früher Bildung und Pflege und zeigt, wie zusätzliche Arbeitskräftepotenziale erschlossen und Arbeitsbedingungen so verbessert werden können, dass Fachkräfte gehalten und gewonnen werden – mit besonderem Blick auf konkrete Strategien vor Ort.

Der Fach- und Arbeitskräftemangel gilt als zentrale Herausforderung für die Umsetzung der Energiewende und die Sicherung der sozialen Daseinsvorsorge. Mit der neuen Studie „Fachkräfte gesucht“ legt Michaela Evans-Borchers eine kompakte Analyse vor, die drei politische Gestaltungsfelder zusammenführt: Jobs für die Energiewende sowie Tätigkeiten in der frühen Bildung und in der Pflege. Im Fokus steht dabei, welche Stellschrauben übergreifend wirken und wie sich daraus konkrete Ansatzpunkte für eine arbeitsmarkt- und ausbildungsbezogene Gestaltung ableiten lassen.

Die Studie macht deutlich, dass Fachkräftesicherung, sozialer Zusammenhalt und Demokratieerleben nicht isoliert betrachtet werden können. Fehlende Kinderbetreuung oder familiale Pflegeverantwortung ohne professionelle Unterstützungsstrukturen können Zugänge zum Arbeitsmarkt, zur Ausbildung oder zur Umschulung erschweren und Personalengpässe auch in anderen Branchen befördern. „Teilzeitarbeit ist oft unfreiwillige Teilzeitarbeit. Der Ruf nach mehr Vollzeit erfordert verlässliche Infrastrukturen für Betreuung, Bildung und Pflege mit attraktiven Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen“, erklärt Michaela Evans-Borchers. Vorliegende Befunde in den untersuchten Feldern zeigen deutliche Beschäftigungsgewinne und eine steigende Arbeitskräftenachfrage, während sich insbesondere in Kernberufen der Zukunftsfelder für viele Regionen eine verschärfte Mangellage abzeichnet. Parallel dazu ist der Anteil junger Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss gestiegen.

Kernaussagen der Studie

Ein zentraler Befund ist die Perspektive „vor Ort“. Strukturwandel und Transformation werden von Menschen vor Ort erlebt – und damit auch Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven. Gleichzeitig liefern gesamtökonomische Studien zwar Hinweise auf erwartete Nettobeschäftigungseffekte, beantworten jedoch bislang oft nur unzureichend, welche Schlussfolgerungen daraus für konkrete arbeits-, ausbildungs- und beschäftigungsbezogene Strategien vor Ort zu ziehen sind.

Für die künftige Fachkräftesicherung betont die Studie zwei Linien: Zusätzliche Arbeitskräftepotenziale müssen erschlossen werden, zugleich gilt es, einen schleichenden Potenzialrückbau zu vermeiden, etwa durch unfreiwillige Teilzeit aufgrund belastender Arbeitsbedingungen, Ausbildungs- und Studienabbrüche oder fehlende berufliche Entwicklungsperspektiven. Vorhandene Kapazitäten entlang der Bildungskette – von Berufsorientierung über Ausbildung und Weiterbildung bis hin zu Berufsumstiegen und Quereinstiegen – sollten dafür effizienter, effektiver und kreativer gebündelt werden. Ergänzend zur Lohnpolitik rücken berufsfeldspezifische Aufwertungen in den Blick, die stärker an qualitativen Merkmalen der Arbeitsbedingungen ansetzen.

Zentrale Ergebnisse der Studie wurden am Mittwoch, 4. Februar, in einem Online-Mittagsgespräch der Heinrich-Böll-Stiftung vorgestellt und diskutiert.

 

Die Publikation ist online kostenlos verfügbar unter: https://www.boell.de/de/2026/01/26/fachkraefte-gesucht

Michaela Evans-Borchers
Michaela Evans-Borchers, Direktorin des Forschungsschwerpunktes Arbeit & Wandel des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen. (Foto: BraczkoFoto)

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Michaela Evans-Borchers(Arbeit & Wandel)

Publikation zum Thema:

JahrTitel / ZitationDokumententypLinks / Downloads
2026

2026:  

Fachkräfte gesucht: Potenziale für Jobs in Energiewende und sozialer Daseinsvorsorge heben

Zitation:  

Evans-Borchers, M. (2026, 28.Januar). Fachkräfte gesucht: Potenziale für Jobs in Energiewende und sozialer Daseinsvorsorge heben. böllpaper. Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung e.V.

Abstract

Fachkräfte fehlen – und ohne sie geraten Energiewende, Kitas und Pflege an ihre Grenzen. Die Studie untersucht, warum der Mangel an Fach- und Arbeitskräften zu einer der größten sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen geworden ist. 

Michaela Evans-Borchers zeigt auf, wo Jobs fehlen, warum viele Stellen unbesetzt bleiben und welche Folgen das für Unternehmen, Familien und den gesellschaftlichen Zusammenhalt hat. 

Bessere Arbeitsbedingungen und neue Ausbildungswege bis hin zu Quereinstiegen können helfen, brachliegende Potenziale zu heben. So werden nicht nur mehr Menschen in zukunftsrelevante Berufe gebracht, sondern zugleich Klimaschutz und soziale Daseinsvorsorge gesichert.

Dokumententyp:  

Internetdokument

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