Digitalisierung in der Pflegeausbildung: Pflegeschulen entwickeln sich unterschiedlich schnell!

Die Ergebnisse der Studie für das BIBB zeigen: Der „DigitalPakt Schule“ hat wichtige Impulse zur Digitalisierung der Pflegeausbildung gesetzt – für eine nachhaltige digitale Transformation braucht es allerdings mehr als technische Ausstattung

Pressemitteilung vom 29.10.2026
Redaktion: Beate Rullik

Wie weit ist die Digitalisierung der Pflegeausbildung in Deutschland vorangeschritten? Welche Wirkung hatte die Förderkulisse des „DigitalPakt Schule“ (2019-2024) auf Pflegeschulen und Lehr-/Lern-Arrangements? Eine aktuell vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veröffentlichte Studie zeigt: Die digitale Transformation der Pflegeschulen entwickelt sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten: Während etwa die Hälfte der Schulen bereits über ein ausgeprägtes Digitalisierungsprofil verfügt, ist die Digitalisierung bei der anderen Hälfte weniger weit fortgeschritten. Die Ergebnisse machen deutlich, dass der „DigitalPakt Schule“ einen substanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung digitaler Strukturen an Pflegeschulen geleistet hat. Zugleich werden Herausforderungen der systematischen Integration digitaler Lehr-Lern-Technologien in die pädagogische und didaktische Unterrichtsgestaltung erkennbar.

Nachhaltige Digitalisierung braucht mehr als technische Ausstattung

Technische Ausstattung muss nicht nur angeschafft, sondern auch sinnvoll in die Gestaltung von Infrastrukturen, Unterricht und Personalentwicklung integriert werden. Rund 79,4 % der Pflegeschulen verfügen zwar über ein Digitalisierungskonzept, jedoch nur rund 36,5 % der befragten Schulleitungen gaben an, dass ihre Schule über ein explizites Konzept zur Fort- und Weiterbildung des Personals im Bereich digitaler Kompetenzen verfüge. Entscheidend ist daher, wie Schulen die vorhandenen Möglichkeiten für ihre pädagogische Arbeit nutzen und ihre Entwicklungsprozesse langfristig gestalten. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Schulentwicklungsstrategien, die den jeweiligen Voraussetzungen der Schulen Rechnung tragen. Entscheidend sind bedarfsgerechte Förderstrukturen, qualifizierte Lehrkräfte und eine systematische, integrierte Weiterentwicklung von Unterricht und Schulorganisation.

Pflegeschulen in der digitalen Transformation gezielter unterstützen

Zentrale Empfehlungen der Studie sind, dass die spezifischen Anforderungen der beruflichen Pflegeausbildung im „DigitalPakt Schule 2.0“ gezielter berücksichtigt und Förderverfahren schneller und unbürokratischer gestaltet werden. Die digitale Ausstattung sollte zudem stärker mit pädagogisch-didaktischen Konzepten, der Qualifizierung von Lehrkräften und der curricularen Gestaltung des Unterrichts verknüpft und die digitale Vernetzung zwischen Pflegeschulen und Praxiseinrichtungen gestärkt werden. Dies erfordert, Pflegeschulen künftig gezielter in der Schulentwicklung für die digitale Transformation zu unterstützen. Die Studie liefert eine Grundlage für Instrumente, mit denen Pflegeschulen ihren Entwicklungsstand erfassen, ihre Fortschritte beobachten und ihren Unterstützungsbedarf bestimmen können. Hierzu gehört auch, die Bildungswirksamkeit digitaler Lehr- und Lern-Arrangements künftig stärker in den Fokus zu rücken.

Erstellt wurde die Studie (Laufzeit: 2021-2024) von der Westfälischen Hochschule, Institut Arbeit und Technik (IAT) und der Universität Osnabrück, Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB).

Die Studie „Pflegeausbildung in der digitalen Transformation – Eine Analyse der Wirkungen des „DigitalPakt Schule“ auf Pflegeschulen und Lehr-Lern-Arrangements“ zum Download:

https://www.bibb.de/dienst/publikationen/de/21036

Für weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Michaela Evans-Borchers(Arbeit & Wandel)
Johannes Laser(Arbeit & Wandel)