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Berufliche Bildung und Qualifizierungsstrategien in der Bioökonomie für das Rheinische Revier / BioQuA

Ziel und Aufgabenstellung

Die Bioökonomie ist eine der größten Zukunftshoffnungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sie gilt als vielversprechende Strategie gegen die Umwelt- und Klimakrise, als nachhaltige Zukunftsbranche und als potenzieller Bereitsteller zukunftsfähiger und attraktiver Arbeitsplätze.

Für das rheinische Revier, als eine Region, die sich in der Vergangenheit stark durch die Braunkohle Industrie definiert hat, steht auf Basis politischer, gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Umbrüche bereits jetzt ein Strukturwandel an, der eine Neuausrichtung des Wirtschaftsprofils der Region verlangt. Eine solche Neuausrichtung hin zu einem bioökonomischen Wirtschaftsmodell kann gerade für das Rheinische Revier mit seiner Vielzahl an Ressourcen und Anknüpfungspunkten in den Bereichen der Forschung, Entwicklung und Erprobung, in der Landwirtschaft und im Ernährungsgewerbe, in der Energie und Chemie oder auch im Maschinenbau und im Handwerk eine Fülle von Chancen bieten. Um diese Chancen nutzen und umsetzen zu können, ist es dabei insbesondere von Bedeutung sich mit der Beschaffenheit der Kompetenz- und Wissenslandschaft der Region auseinander zu setzen. Dafür sind nicht nur die Bereiche Forschung und Entwicklung, sondern auch hoch engagierte sowie gut und angemessen qualifizierte Belegschaften innerhalb der Betriebe und Unternehmen von Bedeutung.

Auf Basis dieser Ausgangslage will das Projekt BioökonomieREVIER Rheinland deshalb herausarbeiten, wie die Bildungs-, Kompetenz- und Wissenslandschaft im Rheinischen Revier aufgestellt ist und wo bzw. wie Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeiten erkennbar und umgesetzt werden können.

Dazu orientiert sich das Forschungsvorhaben insbesondere an folgenden Leitfragen:

  • Wie ist es um die gegenwärtigen Qualifizierungsmöglichkeiten der Region im schulischen, beruflichen und akademischen Bereich bestellt?
  • Welches Profil kennzeichnet die Forschungs- und Entwicklungslandschaft mit Bezug zu bioökonomischen Handlungs- und Themenfeldern?
  • Wie ist die Fort- und Weiterbildungslandschaft in Bezug auf bioökonomisch relevante Themen- und Arbeitsbereiche aufgestellt? Welche Angebote gibt es für welche Berufsgruppen und existieren gar Umschulungsprogramme in diesem Bereich?
  • Welche Aussagen lassen sich zur Entwicklung der qualifizierungsspezifischen Angebots- und Nachfragestruktur treffen?
  • Welcher Bedarf an Wissen und Wissensvermittlung wird im Kontext der Bioökonomie sowohl gegenwärtig als auch zukünftig für die Modellregion und auch überregional/international gesehen?
  • Wie lassen sich neue Qualifizierungsmöglichkeiten in der und für die Region realisieren?
  • Wo bestehen Vernetzungs- und Kooperationspotentiale und -bedarfe zwischen den verschiedenen Akteuren und Institutionen?

Vorgehen

Auf Basis dieser Forschungsfragen und dem umrissenen Hintergrund steht die Identifizierung der vorhandenen und erforderlichen Kompetenzen, Fähigkeiten und dem Wissen, über das die für den Transformationsprozess relevanten Akteure im BioökonomieREVIER Rheinland verfügen, im Mittelpunkt des Projektvorhabens. Das Vorgehen gliedert sich dabei in folgende Maßnahmen und Arbeitsschritte: Zunächst geht es um die Identifizierung bereits bestehender Wissens- und Kompetenzstrukturen der Region in Zusammenhang mit diesbezüglichen Zukunftstrends, Herausforderungen und Möglichkeiten. Dazu wird ein Mixed-Methods Ansatz genutzt, der mit einer Literatur- und Internetrecherche sowie Expert*inneninterviews zu allgemeinen Herausforderungen, Gestaltungsmöglichkeiten und Chancen im Bereich der Bioökonomie und den bisherigen Ausarbeitungen der Region beginnt. Das Ziel ist es dabei Branchen- und themenspezifische Bezugspunkte, Trends und Perspektiven, Qualifizierungsaktivitäten, Herausforderungen und regionale Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten sowie Gute Praxis zu identifizieren. Darauffolgend werden die gegenwärtigen Qualifizierungsangebote des Rheinischen Reviers im Themen- und Gestaltungsfeld Bioökonomie erfasst. Dadurch wird das Screening der Kompetenz- und Wissenslandschaft des Rheinischen Reviers abgerundet. Im dritten Schritt folgt eine Ermittlung des Bedarfes zur Weiterentwicklung eben dieser Kompetenz- und Wissenslandschaft. Dazu werden unter anderem die Erkenntnisse zum Status Quo in der Region mit Aktivitäten anderer Wissensstandorte mit Bioökonomie-Profil abgeglichen wie auch ExpertInneninterviews mit AkteurInnen verschiedenster Bereiche geführt, um detaillierte Einblicke in künftige Qualifizierungsbedarfe und Kompetenzanforderungen der Region zu ermöglichen. Die gesammelten Erkenntnisse dieser Arbeitsschritte werden in zielgruppenspezifische Handlungsmöglichkeiten und –empfehlungen zusammengeführt und in einem Workshop mit ausgewählten Expert*innen aus der Region validiert, um so die Basis für eine fundierte und zukunftsfähige Weiterentwicklung der bioökonomisch relevanten Kompetenz- und Wissenslandschaft zu schaffen. Die abschließenden Ergebnisse der einzelnen Arbeitsschritte werden in einem Bericht zusammengefasst, der auch eine Kurzfassung mit zentralen Kernaussagen enthält („Policy Paper“) und der Region zur Verfügung gestellt wird.

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