Nachruf für Prof. emer. Dr. Heiner Treinen

Das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule trauert um
Prof. emer. Dr. Heiner Treinen
*19. Juli 1931 in Mülheim an der Ruhr † 18. Dezember 2025*
Mit Professor Heiner Treinen verlieren wir einen langjährigen Weggefährten, einen streitbaren Wissenschaftler und einen unermüdlichen Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Praxis. Seit 1997 war er dem Institut Arbeit und Technik (IAT) eng verbunden und wirkte zuletzt als Research Fellow im Forschungsschwerpunkt „Innovation, Raum & Kultur“ im Rahmen des EU-Projekts „CURE – Corporate Culture and Regional Embeddedness“.
Heiner Treinen verband fundierte Forschung stets mit greifbarem gesellschaftlichem Nutzen. Seine akademische Laufbahn – vom Studium der Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Köln und München über Stationen in Nashville, München und Köln bis hin zu seinem Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Methodenlehre und Sozialstatistik an der Ruhr-Universität Bochum – kulminierte in einer empirisch fundierten, praxisnahen Sozialforschung.
Er verstand Kultur- und Museumssoziologie, Medien- und Kommunikationsforschung, Kulturökologie oder Lebensqualitätsforschung stets als Themen, die den Alltag der Menschen berühren. Sein zentrales Anliegen war die Vermittlung zwischen Institutionen und Betroffenen in Phasen sozialen und technologischen Wandels. Diese Fähigkeit, Brücken zu bauen und unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, bleibt für die Arbeit des IAT von großer Bedeutung.
Als Mentor, Diskussionspartner und kritischer Geist stellte er etablierte Routinen infrage, inspirierte zu interdisziplinären Arbeitsweisen und bereicherte diskursive Analysen mit seinem methodischen Know-how. Ein besonderes Highlight war die Exkursion des Forschungsschwerpunkts nach Istanbul, die allen Beteiligten ein unmittelbares Erleben urbaner Transformationsprozesse und transkultureller Diskurse ermöglichte.
Wir erinnern uns an seine fachliche und insbesondere methodische Brillanz, seine menschliche Zugewandtheit und seinen Humor, die viele Begegnungen in Gelsenkirchen unvergesslich machten. Sein unermüdlicher Einsatz für eine sozial verantwortliche Innovations- und Kulturforschung bleibt uns Vorbild und Verpflichtung zugleich.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und allen, die ihm nahestanden. Wir werden sein Andenken in Ehren halten und seinen Anspruch, Forschung für Menschen wirksam zu machen, in seinem Sinne weitertragen.
Im Namen des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen
Gelsenkirchen, im Februar 2025