Nachruf für Stephan von Bandemer

Stephan von Bandemer
© IAT

Das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule trauert um

Stephan von Bandemer

*10. Juni 1957  |  † 12. April 2026

 

Das Institut Arbeit und Technik (IAT) trauert um Stephan von Bandemer, der am 12. April 2026 unerwartet und mit 68 Jahren viel zu früh verstorben ist. Stephan von Bandemer war von 1989 bis 2024 Mitarbeiter des IAT. Er war Politikwissenschaftler und Volkswirt; am IAT war er zunächst als Gründungsgeschäftsführer tätig und engagierte sich später als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Inhaltlich hat er sich zunächst v. a. mit der Modernisierung von Staat und Verwaltung befasst, später galt sein Interesse der wirtschaftlichen Bedeutung und dem Innovationsgeschehen in der Gesundheitswirtschaft. Durch sein Wirken hat er das Profil des Instituts Arbeit und Technik (IAT) signifikant mitgeprägt.

In den 1990er Jahren war Stephan von Bandemer sehr präsent im theoretischen Diskurs um die Modernisierung von Staat und Verwaltung.

  • Er prägte den Begriff des „Aktivierenden Staates“ mit. Leitend ist die Idee, dass der Staat nicht alles selbst erledigen muss, sondern Rahmenbedingungen schafft, damit Bürger/-innen und Unternehmen eigenverantwortlich zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen können.
  • Mit seinen Arbeiten zu Staatsaufgaben und Privatisierung legte er wichtige theoretische Grundlagen für die Verwaltungsreformen dieser Zeit.

Mit Blick auf den Gesundheitssektor engagierte sich Stephan von Bandemer v. a. in dem Forschungsfeld „Versorgungsforschung, Innovationen und Internationalisierung“.

  • In diesem Kontext war er einer der Ersten, die die Gesundheitswirtschaft nicht nur als Kostenfaktor, sondern diese als bedeutenden volkswirtschaftlichen Beschäftigungs- und Innovationsmotor und als Zukunftsbranche analysiert haben.
  • In diesem Zusammenhang leitete er zahlreiche Studien zu den Potenzialen der Telemedizin und digitaler Assistenzsysteme. Dabei ging es ihm nicht nur um innovative technische Lösungen an sich, sondern um die Frage, warum Innovationen im Gesundheitssystem oft so lange brauchen, bis Patienten/-innen von diesen profitieren können.

Stephan von Bandemer war nicht nur akademisch-wissenschaftlich interessiert, sondern er engagierte sich auch als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Praxis. Dies schlug sich etwa in seinen Beiträgen zum Masterplan Gesundheitswirtschaft NRW nieder, der signifikant dazu beitrug, dass die Landespolitik diese Branche als eine tragende Zukunftssäule für den Strukturwandel in NRW aufgriff. Durch seine Arbeiten trug er dazu bei, das IAT zu einer wichtigen Adresse für die Analyse von Gesundheitsmärkten zu etablieren.

Stephan von Bandemer hat nie auf großes akademisches Renommee hingearbeitet. Gleichwohl ist es ihm gelungen, mit Forschung, Entwicklung und Erprobung neue Wege zu weisen und Wirkung zu erzielen. Davon konnten auch das IAT und viele seiner Kooperationspartner/-innen signifikant profitieren. Dafür gebührt ihm große Anerkennung und Dank.

Seiner Frau, seiner Familie und allen ihm Nahestehenden sei hiermit tiefe Anteilnahme und Beileid ausgesprochen.

 

Im Namen des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen

Gelsenkirchen, im April 2026