Implementierung eines adaptiven Weiterbildungsunterstützungssystems im Berufsfeld Pflege / ADAPT

Ausgangslage |

Mit dem Einzug digitaler Technologien in das Berufsfeld Pflege wird auch die Zielsetzung verfolgt, berufliche Weiterbildung bedarfsgerechter und individueller zu gestalten. Während sich der Arbeitsmarkt flächendeckend durch einen Fachkräftemangel im Bereich der Pflege auszeichnet, übersteigt die Zahl der Arbeitslosen mit Helferniveau die der gemeldeten Stellen. Bei Fachkräften stellt sich die Situation umgekehrt dar. Die Förderung beruflicher Weiterbildungsmaßnahmen von Beschäftigten mit geringeren Berufsqualifikation oder mit sprachlichen Barrieren ist ein wichtiger Ansatz, um dem Fachkräftebedarf künftig entsprechen zu können. Betriebliche Weiterbildung erfolgt nur selten unter Berücksichtigung individueller Kompetenzprofile und -bedarfe und schöpft somit nicht das Potenzial aus, durch Weiterbildung den Fachkräftebedarf zu decken und gleiche Teilhabechancen zu bieten. Die Pflegeberufe haben zudem eine Sonderrolle im System beruflicher Bildung in Deutschland. Strukturen der Fort- und Weiterbildung sind gegenwärtig fragmentiert, intransparent und wenig durchlässig organisiert. Sowohl die horizontale als auch die vertikale Durchlässigkeit des Bildungssystems ist im Berufsfeld Pflege nach wie vor erschwert.

 

In diesem Kontext zielt ADAPT auf die Implementierung neuer Lehr- und Lernräume zur Förderung der beruflichen und betrieblichen Weiterbildung in der beruflichen Pflege. ADAPT rekurriert in seiner Zielstellung auf aktuelle Bundesinitiativen im Berufsfeld Pflege (z.B. Konzertierte Aktion Pflege, Nationale Weiterbildungsstrategie) sowie zur Förderung beruflicher Weiterbildung. Ein zentraler Ansatzpunkt hierfür ist die „Ausbildungsoffensive Pflege“ sowie das Ziel, die Weiterbildung in der Pflege zur Nachqualifizierung von Pflegehelfer*innen quantitativ (Erhöhung der Zahl der Weiterbildungsplätze) und qualitativ (Erhöhung der Weiterbildungsbereitschaft, Erreichbarkeit und Passgenauigkeit der Weiterbildungsangebote) zu stärken.

 

An der Umsetzung von ADAPT sind folgende Projektpartner beteiligt: Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule, Gelsenkirchen, Forschungsschwerpunkt „Arbeit und Wandel“; Konsortialführung), Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises, Pädagogische Hochschule Freiburg, Leibniz Information Centre for Science and Technology (TIB), Learning and Skills Analytics Research Group (Hannover) sowie BiG - Bildungsinstitut im Gesundheitswesen (Essen) und maxQ/IFTP im bfw - Unternehmen für Bildung (Erkrath).

Zielsetzung |

ADAPT verfolgt das Ziel, bestehende betriebliche, digitale Weiterbildungsplattformen zu einem digitalen Weiterbildungsunterstützungssystem fortzuentwickeln, das neue KI-gestützte adaptive Lehr- und Lernkonzepte integriert. Dieses Vorgehen ermöglicht es, sowohl einzelne Lerninhalte personenzentriert aufzubereiten als auch den Bildungs- und Lernprozess stärker an individuellen Lernvoraussetzungen/-zielen auszurichten (»personalisierte Lernpfade«). Hierüber erhalten Weiterbildungsinteressierte eine individuelle und bedarfsgerechte Unterstützung in ihrem Lernprozess. Arbeitsintegriertes Lernen im Berufsfeld Pflege gefördert werden, indem Strukturen, Prozesse und Weiterbildungsroutinen in den Pilotunternehmen begleitend in Richtung einer lernenden Organisation gestärkt werden.

Folgende Fragestellungen sind für die Umsetzung von ADAPT leitend:

Untersuchungsbranche ist das Berufsfeld Pflege (Altenpflege), das durch den gegenwärtigen Fachkräftemangel vor besonderen Herausforderungen steht, auch durch neue Wege in der beruflichen Weiterbildung einen Beitrag zur Deckung des Fach- und Arbeitskräftebedarfs zu leisten.

Vorgehensweise |

Der Erfolg der Implementierung eines innovativen, digitalen beruflichen Weiterbildungsraums hängt davon ab, ob und inwiefern es gelingt, seine Anforderungen, Umsetzung und Erprobung zum Gegenstand sozialer Aushandlungsprozesse relevanter Akteursgruppen auf der betrieblichen Ebene zu machen. Nicht die technische Leistungsfähigkeit des Systems, sondern die Einbindung dieser Gruppen und die Integration ihrer Interessen und Sinnzuschreibungen sind ausschlaggebend für den Erfolg der avisierten technischen Innovation. Dieser Zugang wird über folgende operativen Umsetzungsschritte realisiert:

0.AP: Aufbau Projektstruktur

1.AP: Status-Quo-Analyse I: berufliche und betriebliche Weiterbildung 

2.AP: Status-Quo-Analyse II: Erfassung individueller und kollektiver Kompetenz- und Lernprofile

3.AP: Anforderungen an digital gestützte berufliche Weiterbildung auf betrieblicher Ebene

4.AP: Technische Umsetzung und Implementierung KI-TE           

5.AP: Train the Trainer 

6.AP: Ableitung Handlungsempfehlungen                          

7.AP: Prozessbegleitende Transferaktivitäten                                                                                                

8.AP: Projektorganisation und Kommunikation                                                                                                                                                                                                                                        

Weitere Projekte

Thema: Soziale, organisatorische und technische Innovationen

Thema: Zukunft von Arbeit und Wirtschaft