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Chinesische Investitionen im Ruhrgebiet

IAT startet Projekt »CHN_RUHR«

Pressemitteilung vom 03.06.2020
Redaktion: Claudia Braczko

Können chinesische Investitionen im Ruhrgebiet den Strukturwandel von der hochspezialisierten Montanregion hin zu neuen Wirtschaftsentwicklungen vorantreiben? Dieser Frage geht das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule) mit dem Projekt »CHN_RUHR« nach, das jetzt gestartet ist. Unterstützt wird das Vorhaben von der Forschungsförderung der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen.

Seit 2006 sind chinesische Investitionen in Europa, aber vor allem in Deutschland, deutlich angestiegen. In Nordrhein-Westfalen gehören chinesische Firmen bereits zu den wichtigsten Investoren. Das Ruhrgebiet nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. So konnten in den letzten Jahren vermehrt Übernahmen und Beteiligungen (z.B. Medion, Schwing, Tailored Blanks) durch chinesische Firmen beobachtet werden. Nicht zuletzt durch die Wiederbelebung der neuen Seidenstraße («Belt & Road« Initiative) sind vermehrt Investitionen aus China zu verzeichnen.

Um die Auswirkungen chinesischer Investitionen im Ruhrgebiet zu analysieren werden zunächst die bisherigen Investitionen und deren Implikationen für den Standort erfasst. Ergänzt wird die Studie durch Unternehmensfallstudien und Interviews mit Management, Betriebsräten und Wirtschaftsförderungen, um Aufschluss über die konkreten Auswirkungen der chinesischen Beteiligung und Übernahmen deutscher Firmen zu erhalten. Abschließend wird eine empirisch-gestützte Darstellung der Entwicklungen rund um das chinesische Großprojekt der »Belt & Road« Initiative (BRI) erarbeitet.

In Deutschland wird zum Teil kritisch beobachtet und zuweilen als brisant erachtet, dass China langfristig weltweit die Technologieführerschaft anstrebt. So wird in der aktuellen Industriestrategie der Bundesregierung auf die technologische Konkurrenz aus China und dem damit einhergehenden unfairen Wettbewerb hingewiesen. „Andererseits können chinesische Übernahmen aber durchaus Impulse setzen, die wirtschaftliche Entwicklung (im Ruhrgebiet) unterstützen und einen verbesserten Zugang zum chinesischen Markt bieten“ vermutet IAT-Projektleiter Alessio Giustolisi.

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