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Lokale Wirtschaftsstrukturen transformieren – gemeinsam Zukunft gestalten!

Das Projekt »Bottrop 2018+ - auf dem Weg zu einer nachhaltigen und resilienten Wirtschaftsstruktur« zieht Bilanz

Pressemitteilung vom 11.09.2019
Redaktion: Claudia Braczko

Auf einer Fachtagung in der Alten Börse in Bottrop haben Vertreter/innen aus Forschung und Praxis am 5. September über Ansätze zur nachhaltigen Transformation der lokalen Wirtschaftsstrukturen diskutiert und damit das Ende des BMBF-Projekts »Bottrop 2018+« gefeiert. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Institut Arbeit und Technik (IAT/ Westfälische Hochschule) in Kooperation mit dem Faktor 10 - Institut für nachhaltiges Wirtschaften und dem Amt für Wirtschaftsförderung und Standortmanagement der Stadt Bottrop.

In einem ersten Impulsvortrag stellte Dr. Jens Libbe vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) den Ansatz »Urbane Produktion« als kommunale Kompetenz und als Baustein einer nachhaltigen Transformation von Städten zur Diskussion. Urbane Produktion bietet Potenziale für die Entwicklung neuer regionaler Wertschöpfungsketten und Suffizienzstrategien, denn »Produktion und Wohnen in innerstädtischen Lagen sind zwei Seiten einer Medaille und Charakteristikum einer lebendigen und lebenswerten Stadt«, betonte Dr. Libbe. Der Vortrag, basiert auf dem Synthese Papier »Urbane Produktion in der Zukunftsstadt« (Libbe, J. und Wagner-Endres, S. 2019).

Oliver Haubner von der Bertelsmann Stiftung ging auf die Frage ein, wie Kommunen und Städte Nachhaltigkeit messen können. In seinem Impulsvortrag stellte er die gemeinsam mit dem Difu entwickelte Indikatorik vor, die sich als ein Baukasten versteht, aus dem Kommunen die für ihre Zwecke geeigneten Nachhaltigkeitsindikatoren wählen können. In den Städten, Gemeinden und Kreisen passiere, so eine seiner Kernaussagen, bereits viel und genau hier müsse Nachhaltigkeit ansetzen.

Einen zentralen Teil der Veranstaltung bildete das World Café mit sechs Thementischen, an denen die Teilnehmenden praxisorientierte Projekte und Forschungsansätze diskutieren konnten. Zur Diskussion standen das Projekt »LOUISE – Logistik und innovative Services« aus Bottrop, MARK 51°7 aus Bochum, Urbane.Produktion und DigiMat – zwei IAT-Projekte, die sich mit dem Rückzug von Produktion in die Stadt und branchenübergreifender Kooperation beschäftigen, sowie die Themen »Reallabore als Methode«, »Neue Governance Modelle für die Wirtschaftsförderung« sowie »Monitoring - Messung von Nachhaltigkeit & Resilienz«.

Die Frage, ob mit den vielen „kleinen“ Impulsen und Projekten gerade auch auf kommunaler Ebene die große Transformation gelingen kann, wurde von Bernd Tischler (Oberbürgermeister der Stadt Bottrop), Dr. Jens Libbe (Difu), Oliver Haubner (Bertelsmann Stiftung), Ulrike Trenz (Impact Hub Ruhr) und Thomas Merten (Faktor 10 – Institut für nachhaltiges Wirtschaften) kontrovers diskutiert. Ob Flächenentsiegelung oder Reduktion der CO2-Emissionen - klar müsse definiert werden, in welche Richtung sich Städte und Kommunen bewegen möchten und es gelte, mutig auch ambitionierte Ziele zu formulieren und diese konsequent umzusetzen, so die Schlussfolgerung von Thomas Merten. Basierend auf ihren Erfahrungen mit dem Impact Hub Ruhr resümierte Ulrike Trenz, dass die Transformation Transparenz, neue Formen der Zusammenarbeit, innovative Ideen und lokale Projekte brauche um zu gelingen, ohne dabei das »große Ganze« aus dem Auge zu verlieren.

Das Projekt »Bottrop 2018+« wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms »Sozialökologische Forschung« unter »Nachhaltiger Transformation urbaner Räume« gefördert.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt sowie weitere relevante Themen und Stimmen aus Forschung und Praxis wurden in der Abschlusspublikation zum Projekt unter dem Titel »Lokale Wirtschaftsstrukturen transformieren – gemeinsam Zukunft gestalten!« veröffentlicht. Alle Texte stehen unter www.wirtschaftsstrukturen.de zum Herunterladen zur Verfügung.

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