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Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft & Lebensqualität

Der Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität (GELL) will durch Forschung, Entwicklung und Erprobung, aber auch durch Verbreitung bewährter Lösungen dazu beitragen, die Aussichten von (Gesundheits-)Wirtschaft und Gesellschaft für mehr Lebensqualität, bedarfsorientierte Versorgungsstrukturen und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, bestehende Innovationshürden zu überwinden und zukunftsfähige Gestaltungsoptionen aufzeigen. Mit diesen Zielsetzungen forscht GELL zum einen über Trends und Hemmnisse in der Branchenentwicklung, zum anderen zu Lösungsmöglichkeiten für ausgewählte Herausforderungen und Chancen. Hierbei stehen technischen Innovationen ebenso im Fokus wie organisatorische und soziale. Dies umfasst:

  • …zum ersten die seit Jahren propagierte, aber nach wie vor ungelöste Forderungen nach einem Ausbau der Integrierten Versorgung, also der patientenorientierten Zusammenarbeit über die verschiedenen ambulanten und stationären Teilbereiche der Gesundheitswirtschaft hinweg.
  • ...zum zweiten den soziodemografischen Wandel und die Entwicklung zu einer Gesellschaft des langen Lebens, die nach neuen Wegen zur Gestaltung eines aktiven Alterns rufen, wobei gesundheitsbezogenen Fragestellungen eine ebenso große Rolle spielen wie Fragen nach lebensweltlichen Settings wie dem Quartier und gesellschaftlichen Ressourcen.
  • ...zum dritten, dass sondiert werden muss, wie neue technische Möglichkeiten (Stichwort: Digitalisierung) neue Chancen für die Organisation der Versorgung, aber auch für die Verbesserung der Gesunderhaltung, Heilung, Pflege sowie für ein gutes Leben im Alter bieten können.

Bei der Bearbeitung dieser Fragestellungen lassen sich sowohl aus gesundheits- und sozialpolitischen Gesichtspunkten und Diskussionstraditionen als auch aus innovations-, wirtschafts- und arbeitspolitischen Überlegungen heraus eine Reihe von Querschnittsfragstellungen herleiten:

  • Welche soziale Wirkung haben die bisherigen Angebote und Strukturen der Gesundheitsversorgung, welche Veränderungen sind von innovativen Lösungen zu erwarten? Bei einem solchen Innovations-Assessment geht es sowohl um soziale Ungleichheiten – etwa zwischen Beschäftigtengruppen, Bevölkerungsschichten, Regionen, Ethnien oder Geschlechtern – als auch um unterschiedliche Chancen zur sozialen Teilhabe.
  • Welche Defizite bei Qualität und Effizienz lassen sich unter den derzeitigen Gegebenheiten ausmachen? Wie kann gewährleistet werden, dass innovative Lösungen auch tatsächlich bei Qualität und Effizienz zu Verbesserungen führen? Solche Fragenstellungen stellen sich sowohl bei medizintechnischen als auch bei organisatorischen Fragstellungen und selbst dann, wenn es um neue Wege beim Zusammenspiel von öffentlichen, privaten und gemeinschaftlich (Familien, Nachbarschaften, Selbsthilfegruppen) Wohlfahrtsressourcen geht.
  • Lassen sich die Wirkungen von neuen Gesundheitslösungen so modellieren, dass Konsequenzen für die Zielsetzungen des IAT-Leitbildes („mehr Lebensqualität, gute Arbeit, nachhaltiges Wachstum“) abschätzbar und messbar werden

Diese drei Fragestellungen spiegeln sich in drei konkreten Themenfeldern wider, die bei den Arbeiten des Forschungsschwerpunktes eine zentrale Rolle spielen:

  • Versorgungsforschung, Innovation & Internationalisierung
  • Demografischer Wandel & Lebensqualität
  • Gestaltung (digitaler) Gesundheits- und Unterstützungstechnologien
Abbildung Grafik FSP GELL

Arbeitsschwerpunkt – Versorgungsforschung, Innovation & Internationalisierung

Der Arbeitsschwerpunkt verbindet die Analyse von Herausforderungen in der Versorgung mit der Analyse von Innovationsbedingungen und Innovationsentwicklung sowie deren internationale Verbreitung. Auf der Basis empirischer Analysen der Versorgung wird die Verbreitung von Innovationen national und international analysiert und unterstützt. Primäre Ziele sind die Identifizierung von Verbesserungspotenzialen in der Versorgung akuter und chronischer Erkrankungen sowie die Identifizierung von Präventionspotenzialen.

Arbeitsschwerpunkt – Demografischer Wandel & Lebensqualität

Der demografische Wandel verändert die Gesellschaft in naher Zukunft nachhaltig. Das Spektrum an Angeboten von Produkten und Dienstleistungen für ältere Menschen aber auch an Wohnformen und Formen der (Selbst-)Organisation wächst stetig. Sind diese Angebote passgenau, können sie zur Steigerung der Lebensqualität älterer Menschen beitragen. Im Zentrum der Aktivitäten steht die Fragestellung, welche organisatorischen Konzepte, innovativen Technologien und individuellen Aspekte im Lebenslauf ein erfolgreiches Altern begünstigen?

Arbeitsschwerpunkt – Gestaltung (digitaler) Gesundheitstechnologien

Technische Entwicklungen und Digitalisierung bieten enorme Potenziale, bergen auch eine Reihe an Gefahren und Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Die zentrale Frage, die hierbei im Mittelpunkt steht, lautet: Wie verändern – positiv wie negativ – technische Entwicklungen und Digitalisierung die gesundheitliche Versorgung und wo und wie muss interveniert werden, um zur Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung beizutragen? Hierbei sollen Antworten sowohl auf der Mikro-, Meso- und Makroebene gegeben werden.

Forschung und Beratung

Zum Spektrum von GELL gehören neben Forschungsaktivitäten im Auftrag von Bund, Ländern und EU, sowie Stiftungen auch Forschungs- und Beratungsaufträge durch Dritte. Zum Kundenkreis zählen u.a. Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, Kommunen und Regionen, Unternehmen der Wohnungs- und Gesundheitswirtschaft.

Unter Verwendung unterschiedlicher Methoden der empirischen Sozialforschung umfassen die Tätigkeiten und Angebote des Forschungsschwerpunktes:

  • Analyse der Gesundheitswirtschaft in verschiedenen Bundesländern
  • Analysen der Beschäftigung und der Arbeitsbedingungen in der Gesundheits-, Sozial- und Seniorenwirtschaft
  • Entwicklung und Erprobung von Innovationsinstrumenten in Krankenhäusern, Kliniken und in der Altenhilfe
  • Konzeptentwicklung und Strategieberatung in Bezug auf demografische und gesundheitswirtschaftliche Fragen
  • Erstellung von Handlungshilfen
  • Zielgruppenorientierte Digitalisierungskonzepte
  • Quartiersentwicklungskonzepte
  • Internationalisierung in der Gesundheitswirtschaft: Potenziale und Strategien für eine bessere internationale Zusammenarbeit und das Ansprechen von Gastpatienten
  • ELSI-Begleitforschung
  • Maßnahmen- und Projektevaluationen (formativ wie summativ)
  • Partizipative Technikentwicklung