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Der ökonomische Charme der Ökologie

IAT zu den Chancen einer ökologischen Industriepolitik für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Pressemitteilung vom 03.07.2009
Redaktion: Claudia Braczko

Ökonomie und Ökologie müssen keineswegs Gegensätze sein, vielmehr kann eine ökologische Industriepolitik dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern und zu verbessern. Auf diesen Zusammenhang wies jetzt Prof. Dr. Franz Lehner, Geschäftsführender Direktor des Instituts Arbeit und Technik (IAT / FH Gelsenkirchen) hin. Energietechnik und Abfallwirtschaft seien beispielsweise aussichtsreiche Geschäftsfelder, die regional entwickelt werden, die Wettbewerbsfähigkeit stärken und Lebensqualität verbessern können.

Dabei nur auf Spitzenforschung und Leitmärkte zu setzen, führe allerdings auf den Holzweg. Vielmehr sollten als Königsweg der rasche Transfer und die breite Diffusion von Innovationen gefördert werden, langfristig flankiert von High-Tech-Entwicklungen. Gerade auch kleine und mittlere Unternehmen, die vielleicht nicht im globalen Maßstab Spitze darstellen, aber national und international gut wettbewerbsfähig sind, könnten im Rahmen von Miniclustern miteinander und mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen vernetzt werden. Als Minicluster bezeichnet Prof. Lehner Cluster, die nicht auf Weltmarktführerschaft abzielen sondern bescheidener auf eine Konzentration, die beträchtliche Synergien bringt und damit die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit auf hohem Niveau sichern hilft. Im Gegensatz zu dem hohen Anspruch an Cluster, den landesweit nur wenige Standorte erfüllen können, seien solche Konzepte an vielen Standorten umsetzbar.

Um Märkte entsprechend zu entwickeln kann die öffentliche Hand Anstöße geben, etwa durch öffentliche Aufträge zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude, Anschubfinanzierung für „Grün als Standortfaktor“ und die Moderation und Gestaltung von „City Mining“, also einer wirtschaftlich produktiven Abfallwirtschaft. Effektive Transfermechanismen, um Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in die Praxis umzusetzen, könnten Studierenden-Firmen oder IQ-Zentren (Information und Qualifikation) sein, ebenso Netzwerke und Allianzen zwischen Hochschulen, Forschungszentren und (mittelständischer) Wirtschaft, die die wissenschaftlichen und technischen Kompetenzen bündeln.

„Eine ökologische Industriepolitik braucht aber keine einmaligen Modellprojekte und Politikdenkmäler“ warnt Prof. Lehner. „Wir müssen wirtschaftlich selbsttragende Prozesse anstoßen und wettbewerbswirksame Beispiele schaffen!“

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Franz Lehner