Studiengruppe
GELL
Forschungsschwerpunkt
Gesundheitswirtschaft & Lebensqualität
INNO
Forschungsschwerpunkt
Innovation, Raum & Kultur
Forschungsbereich Raumkapital
WISDOM
Forschungsschwerpunkt
Wissen & Kompetenz
Studiengruppen
Life Long Learning
Lernende Region Ruhr
Ökologie – Wirtschaft – Arbeit
Suche
Erweiterte Suche
Zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Fachhochschule Gelsenkirchen in Kooperation
mit der Ruhr-Universität Bochum
Life Long Learning (LLL) – praxisgerecht, wissensintensiv, kooperativ, innovationsfördernd
Unter den heute vorherrschenden sozioökonomischen Rahmenbedingungen stellt lebenslanges Lernen – Life Long Learning (LLL) – für alle Gesellschaftsschichten und Altergruppen eine wesentliche Voraussetzung für Erwerbsbeteiligung und stabile Erwerbsbiographien dar. Bildung versteht sich dabei nicht als Aktivität, die einzelnen Lebensabschnitten zuzuordnen ist, sondern als kontinuierlicher reflexiver Prozess.
In der wissenschaftlichen Diskussion werden LLL-Strategien, die sich flexible, zugängliche, attraktive Methoden und geeignete Technologien zu Nutze machen, als aussichtsreich angesehen, um Individuen und Organisationen Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, dem ökonomischen, sozialen und technologischen Wandel zu begegnen, die die Vielfalt der Eigenschaften der (potentiellen) Mitglieder eines Unternehmens durch gezielte Methoden und Initiativen, vor allem in der Weiterbildung, zum individuellen Vorteil und zum Vorteil der Organisation nutzbar gemacht werden.
Vor diesem Hintergrund wurde in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Programmen auf europäischer und nationaler Ebene mit dem Ziel der Etablierung von LLL-Strategien in der Praxis aufgelegt. Die Ergebnisse der im Rahmen dieser Programme durchgeführten Projekte bringen aber eher Ernüchterung. So existieren bislang nur wenige Beispiele guter Praxis und nachhaltiger LLL-Strategien.
Insbesondere der Mittelstand – eine der treibenden Kräfte der europäischen Wirtschaft – weist hier starke Defizite sowohl bezüglich der Sensibilisierung für die Thematik als auch in Bezug auf adäquate Strategien auf. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig und reichen von einer generellen Skepsis und Desinteresse über mangelnde finanzielle und personelle Ressourcen zur Entwicklung geeigneter Strategien bis hin zur Komplexität des Entwicklungsprozesses.
Die Komplexität des Entwicklungsprozesses von LLL-Strategien manifestiert sich u.a. in der Fülle der zu berücksichtigenden Aspekte wie Unternehmensziele, Kostenstruktur, verfügbare Methoden und Technologien oder die Bildungskultur. Zudem sollen die Grenzen zwischen dem Bildungserwerb und dem Wissensmanagement fließend sein. Internet-Anwendungen und die Bildung praxisorientierter Kooperationen wie die Communities of Practice (CoPs) sollten eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen LLL-Strategien geeignet sein, die Akzeptanz von Produkt- und Prozessinnovationen im Unternehmen zu steigern.
Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind mit einem derartig komplexen und zeitintensiven Entwicklungsprozess überfordert und verzichten in der Folge vollständig auf die Implementierung von LLL-Strategien.
Vor diesem Hintergrund strebt die Studiengruppe LLL an:
A) Sammlung und Erfassung von Informationen über die Lage der Weiterbildung und die LLL Bereitschaft in Unternehmen
In diesem Kontext werden:
- Fragebogen über die LLL Bereitschaft von Unternehmen vorbereitet, an Unternehmen verschickt und daraufhin die Ergebnisse analysiert werden,
- Kleine Studien über die Diversität in der Weiterbildung in verschiedenen existierenden Angeboten und Strategien durchgeführt werden,
- Vorschläge für Maßnahmen/Beratungsangebote vorbereitet werden.
B) Initiierung von Projekten zur Entwicklung von LLL-Strategien und Weiterbildungskonzepten, die
- den Bedürfnissen, Zielen und Kulturen von KMU entsprechen,
- soziale Gerechtigkeit und Teilhabe unterstützen,
- Diversität fördern,
- flexible, effiziente Internet-Applikationen und wissensintensive Prozeduren die nicht nur für bei täglichen Aufgaben sondern auch beim Erwerb neuer Kompetenzen bei der Mitarbeiter helfen, um an der Entwicklung und Nutzung in zukünftigen Arbeitsumgebungen und Lernformen aktiv teilzunehmen,
- innovationsfördernd sowohl für die Individuen als auch für die Organisationen wirken,
- Rechte und Pflichten von Bürgern berücksichtigen.
Die Studiengruppe bemüht sich im Rahmen von deutschen und europäischen Ausschreibungen Projekte zu akquirieren.
C) Initiierung multidisziplinärer, interkultureller und praxisorientierter, Kooperationen
Ziel ist es
- den Aufbau von Communities of Practice (CoPs), bestehend aus Wissenschaftler/innen, Beschäftigten aus KMU, Beratern, Bildungsanbietern und anderen Experten, in denen die enge Verzahnung von Arbeit und Lernen erfahrbar wird, zu unterstützen. Die CoPs sollen gleichermaßen der gegenseitigen Unterstützung, dem informellen Lernen und der Erschließung impliziten Wissens dienen sowie Raum als „Versuchslabor“ für neue Methoden und Techniken bieten.
- interkulturelle Lernpartnerschaften zu initiieren, die die Integration von Personen mit speziellen Bedürfnissen (Behinderungen, Migrationshintergrund, sozial schwache Familien) in der Arbeit und sozialem Leben fördern
Die multidisziplinäre CoP, die im Rahmen des Projektes SIMPEL entwickelt wurde, wird weiterhin für die Kooperation zwischen Unternehmen, Beratung, Weiterbildungsanbieter und Forschung genutzt und dient der Entwicklung von LLL Ressourcen für KMU.
Im Rahmen des EU – Grundtvig Projektes „Kreative Lernansätze für Menschen mit Behinderungen durch interkulturelle Events und Umgebungen“ wird eine interkulturelle europäische Lernpartnerschaft initiiert.
D) Unterstützung von Studierenden
Darüber hinaus strebt die Studiengruppe an, durch die Entwicklung geeigneter LLL-Module Studierende einerseits an die Thematik selbst heranzuführen und ihnen anderseits Kenntnisse über Innovationen und Wissensinstrumente am Beispiel neuer Technologien zu vermitteln.
Es ist geplant, das Lernmodul „Process Innovation via Pulsed Power Engineering“ in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Gelsenkirchen und der VGTU Vilnius für die Masterstudierenden anzubieten.
Partner:
- Dr. habil. Konrad Berger, educo Institut für Bildung und Beruf e.V. Berlin
- Steffi Engert, Zentrum für Informations- und Mediendienste, Universität Duisburg-Essen
- Prof. Dr.-Ing. Markus J. Loeffler, Fachhochschule Gelsenkirchen
- H.P. Müller, City System GmbH, Duisburg
- Dr. Ileana Hamburg, Institut Arbeit und Technik, Forschungsschwerpunkt Innovation, Raum & Kultur
- Dr. Hansjürgen Paul, Institut Arbeit unf Technik, Forschungsschwerpunkt Wissen & Kompetenz
- Alexandra David, Institut Arbeit und Technik, Forschungsschwerpunkt Innovation. Raum & Kultur
- Anita Pöltl, Institut Arbeit und Technik, Forschungsschwerpunkt Innovation. Raum & Kultur

