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Social inequalities in extending working lives of an ageing workforce / EXTEND

Ziel und Aufgabenstellung

Nicht allen Beschäftigten ist es möglich ihr Renteneintrittsalter an die gesetzlichen Altersgrenzen anzupassen; die Chancen länger zu arbeiten sind ungleich verteilt. Hieraus ergibt sich ein stetig wachsender Handlungsbedarf auf unterschiedlichen Ebenen: Auf der Mikro- und Mesoebene, d.h. bei den Angestellten und den Betrieben bzw. Unternehmen, sowie auf der Makroebene, d.h. bei der gesetzlichen bzw. politischen Rahmengebung. Übergeordnetes Ziel des Gesamtvorhabens (EXTEND) ist es daher, innovative (politische) Lösungen anzubieten, um soziale Ungleichheiten, die aus der Anpassung des Renteneintrittsalters bzw. einer längeren Lebensarbeitszeit resultieren können, zu reduzieren; Ziel des Teilvorhabens („Arbeitsbedingung und -gestaltung in der Sozialwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des Gesundheits- und Pflegesektors und deren potenzielle Auswirkungen“) ist die Analyse von Auswirkungen sozialer Ungleichheiten auf der betrieblichen Ebene im Gesundheits- und Pflegesektor. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der daraus resultierenden dreifachen Alterung der Bevölkerung kommt es zu einem steigenden Bedarf an Arbeitskräften in der Sozialwirtschaft und insbesondere in der Pflege. Hieraus ergibt sich nicht nur ein wirtschaftliches, sondern vor allem gesellschaftliches und politisches Handlungsinteresse. Der Sektor ist gekennzeichnet durch hohe physische und psychische Arbeitsbelastungen, die sich in Fehlzeiten, Fachkräftemangel und einer hohen Drop-Out-Rate manifestieren. Die hohen Belastungen haben vor allem Auswirkungen auf ältere ArbeitnehmerInnen.

Ziel des Teilvorhabens ist es daher Handlungsempfehlungen sowie Maßnahmen der Arbeitsgestaltung zu formulieren, um diese Arbeitsbelastungen und soziale Ungleichheiten zu reduzieren. Diese Maßnahmen – hierzu gehören bspw. Change Management, Leadership, Organisationskultur, Einbindung technischer Assistenzsysteme, etc. – können einen positiven Einfluss auf die Arbeitsbedingungen haben und einer zunehmenden Arbeitsbelastung entgegenwirken. Methodisch erfolgt vor allem der Einsatz qualitativer Verfahren. D.h. im Rahmen von (Experten)Interviews und Fallstudien von Einrichtungen aus dem Gesundheits- und Pflegebereich werden empirische Erkenntnisse auf der Mikro- und Mesoebene gesammelt, ausgewertet und, vor dem Hintergrund der Fallstudien aus weiteren Ländern, diskutiert. Zentrale Fragestellung ist hierbei die Auswirkung der Arbeitsbedingungen insbesondere auf die (älteren) ArbeitnehmerInnen und deren potenzielle Implikationen für die berufliche Biografie. Hinsichtlich der Makroebene sollen Szenarien diskutiert werden, die unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren, Veränderungen im Gesundheits- und Sozialbereich auf volkswirtschaftlicher Ebene prognostizieren.

Die beteiligten Projektpartner sind:

  • Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V./Institut für Gerontologie (Prof. Dr. Gerhard Naegele)
  • Universität  Sheffield (UoS)  (u.a. vertreten durch Prof. Dr. Alan Walker),
  • Aaalborg Universität (AAU) (u.a. vertreten durch Prof. Dr. Per Jensen)
  • University Medical Center Amsterdam (VUmc) (u.a. vertreten durch Prof. Dr. Dorly J.H. Deeg)
  • Institut für Arbeit und Technik Gelsenkirchen (IAT) (u.a. vertreten durch Prof. Dr. Josef Hilbert)
  • Universität Dortmund (TUD) (vertreten durch Prof. Dr. Monika Reichert)
  • Finnische Institut für Occupational Health (FIOH) (u.a. vertreten durch Prof. Dr. Jukka Vuori)

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