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Integrierte Unternehmen in NRW / IntU

Ausgangslage

Trotz jahrzehntelanger Strukturpolitik, Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Städtebauförderung zeigt sich in NRW eine Verfestigung von Problemsituationen, gerade in räumlicher Hinsicht. Daher besteht ein Bedarf an neuen Instrumenten zur Aktivierung vom Strukturwandel besonders betroffener Bevölkerungsgruppen.

Die NRW.Projekt Arbeit und das Institut Arbeit und Technik gehen einen solchen neuen Weg, 
indem sie Integrierte Unternehmen entwickeln und begleiten sowie deren Gelingungsbedingungen erforschen.

Definition

Unter einem Integrierten Unternehmen verstehen wir eine Mischform von Sozialunternehmen, Social Impact Business, Raumunternehmen und gewöhnlichen Unternehmen mit dem Ziel, einen überdurchschnittlichen sozialen und ökonomischen Mehrwert zu erzielen. Integrierte Unternehmen sind eigenwirtschaftlich agierende Organisationen/Unternehmen, die vor allem regionale (ethisch motivierte) Bedürfnisse/Nachfragen bedienen, eine hohe lokale Wertschöpfung generieren, einen überdurchschnittlichen sozialen/ökologischen Nutzen entfalten und häufig von unzureichend in Wert gesetzten räumlichen Ressourcen profitieren.

Abbildung Ansicht eines Straßenzuges mit Ladengeschäft

Integrierte Unternehmen

  • binden vor allem regionale Kaufkraft,
  • sind ein Imagegewinn für das Quartier, die Region,
  • erhöhen die lokale Versorgungsqualität,
  • verbessern die Beschäftigungs- und Einkommenssituation vor Ort und
  • fördern den sozialen Zusammenhalt.

Welche Handlungschancen bedienen Integrierte Unternehmen?

Abbildung Bild eines Ladenschildes einer Schneiderei
  • Entwicklung von unternehmerischen Handlungsansätzen, die ökonomische, ökologische und soziale Effekte vor Ort generieren,
  • Chancen für vom Strukturwandel besonders betroffene Gruppen und Regionen vor dem Hin-tergrund sozioökonomischer Veränderungen,
  • Ansätze für strukturschwache Räume, um Nahversorgungsdienstleistungen zu entwickeln,
  • Chancen für regionale/lokale Produkte und Dienstleistungen, die nachhaltige Lebensstile ermöglichen, wie der Trend der LOHAS (Lifesyle of Health and Sustainability) deutlich macht,
  • Nutzung intelligenter Technologien (vor allem die Digitalisierung) und neuer Werkstoffe (z.B. aus nachwachsenden Rohstoffen sowie Upcycling statt Downcycling) sowie des Internets, um neue Dienstleistungsangebote zu entwickeln,
  • Potentiale bzw. Produktionsfaktoren durch wirtschaftlich untergenutzte Gebäude und Flächenbrachen, die für neue Produktionssegmente (lokale Ökonomie), Dienstleistungsunternehmen, gemeinschaftliche Ansätze (z. B. urban gardening) einer nachhaltigen Nutzung und Entwicklung der lokalen und regionalen Struktur Chancen bieten,
  • Inwertsetzung von regionalem Lebensraum durch Re-Lokalisierung unternehmerischer Ansätze, z.B. Produktion von Lebensmitteln u.a. Gütern.

Was benötigen Integrierte Unternehmen?

Abbildung Ansicht eines Mehrgenerationenhauses

Integrierte Unternehmen brauchen ein spezifisches Beratungs- und Unterstützungsmanagement, das neben der Berücksichtigung sozialer biographischer auch unternehmerische/betriebswirtschaftliche Aspekte, Marktanalysen, Marktzutritt, Businessplan etc. mit entwickelt. Darüber hinaus fordern Integrierte Unternehmen eine Öffentlichkeitsarbeit, die nicht nur das Produkt / die Dienstleistung, sondern auch die „Vision and Mission“ des Unternehmens kommuniziert, denn potenzielle Geldgeber benötigen Transparenz und klare Perspektiven für ihre Investitionen.

Integrierte Unternehmen erfordern ein Umdenken weg von tradierten Unternehmens-, Erfolgs- und Nutzendefinitionen hin zu einem gemeinwohlorientierten Unternehmensansatz, der nicht nur das Prinzip der Gewinnmaximierung, sondern im Wesentlichen den sozialen Mehrwert fokussiert.

Abbildung altes Kino

Dies impliziert das Prinzip der Erwirtschaftung von Rendite, aber eben unter anderen Vorzeichen. Diesen Brückenschlag zwischen Erwirtschaftung von Rendite und sozialem Mehrwert gilt es, potenziellen Investoren deutlich zu machen. Dies bedeutet, dass die Rendite nicht nur an dem Return of Investment (ROI), sondern zusätzlich an dem Social Return of Investment (SROI) gemessen wird.

Soziale Investoren sind ein „neuer“ Typ von Investoren, denen es nicht ausschließlich um die Gewinnmaximierung geht, sondern die gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, um hierbei langfristige soziale Effekte zu erzielen. Denn bei vielen sozialen Investoren und Unternehmen greift immer mehr die Erkenntnis, dass nur in einem intakten gesellschaftlichen Umfeld gute Geschäfte zu machen sind. Gelingt es durch Integrierte Unternehmen gesellschaftliche und strukturelle Probleme zu lösen, profitiert sowohl der Einzelne, die Gemeinschaft als auch eine ganze Region davon.

Abbildung IntU Geld

Ziel ist es, ein Konzept für einen Fonds zu entwickeln, der durch unterschiedliche Kapitalgeber gespeist wird und Integrierten Unternehmen Investitionskapital (Beteiligungs-, Mezzaninkapital oder Kredite) zur Verfügung stellt. Der Vorteil, eine selbsttragende ökonomische Entwicklung über Finanzierungsinstrumente anzustreben, liegt einerseits darin, dass durch das revolvierende Element der Hebel der erzielten Wirkungen größer wird und anderseits, dass die Akteure in ihrer Identität gestärkt werden und am ökonomischen Leben teilhaben können.

Zielsetzung des Projektes

Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der NRW.Projekt Arbeit und des IATs werden Kom-petenzen gebündelt, um Integrierte Unternehmen zu unterstützen. Dazu gehören u.a. die folgenden Handlungsfelder:

  1. NRW-AG Fonds
  2. Clearingstelle zur Sammlung und Auswertung von Beispielen
  3. Beratung, Coaching und Empowerment
  4. Fortlaufende Beratung, Kommunikation und integrative Arbeit in der Region sowie Ansprache von Interessengruppen außerhalb der Region
  5. Öffentlichkeitsarbeit
  6. Eigengesellschaft zur eigenständigen Durchführung und Demonstration guter Ideen
  7. Begleitforschung und Evaluierung

Ansprechpartner:

Dr. Stefan Gärtner

Institut Arbeit und Technik, WH Gelsenkirchen
Munscheidstr. 14, 45886 Gelsenkirchen

Tel.: +49 (0) 209 1707-164
Fax: +49 (0) 209 1707-110
E-Mail: gaertner@iat.eu
Internet: www.iat.eu

 

Logo NRW.ProjektArbeit

Ina Bisani

NRW.Projekt Arbeit GmbH
Wissenschaftspark
Munscheidstr. 14, 45886 Gelsenkirchen

Tel.: +49 (0) 209 956600-13
Fax: +49 (0) 209 956600-55
E-Mail: ina.bisani@nrw-projektarbeit.de
Internet: www.nrw-projektarbeit.de

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