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Aktives und gesundes Altern in Deutschland und Südkorea / AHA

Ziel und Aufgabenstellung

Das IAT kooperiert seit mehreren Jahren mit unterschiedlichen Partnern aus Südkorea im Themenfeld „Altern und demografischer Wandel“. In diesem Zusammenhang hat das IAT einen Koordinierungsworkshop in Seoul am 7. und 8. Oktober 2013 organisiert.
Die Themenfelder und Zielsetzungen des Workshopsim Herbst 2013 lassen sich wie folgt beschreiben. Beschreibt man die Lebenswelten, die ein aktives und gesundes Altern ermöglichen können, lassen sich zunächst die Bereiche rund um die Wohnung („Home“) und außerhalb der Wohnung („Out-of-Home“) identifizieren. Hinzu kommen drei Querschnittsthemen:

  • ICT: Sowohl in Deutschland als auch in Südkorea wird der Haushalt als Gesundheitsstandort in naher Zukunft einen Bedeutungszuwachs erfahren werden: Anwendungen aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) bieten hervorragende Unterstützungsmaßnahmen, um den Menschen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen (AAL und E-Health); gleichzeitig lassen sie sich auch in gesundheitsbezogene Angebote aus den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung und Wellness integrieren. Bislang haben die Angebote allerdings in beiden Ländern noch nicht den Weg in die Breite gefunden. Gerade bei der Zielgruppe der älteren Menschen stoßen sie vielfach nicht auf breite Akzeptanz: Mangelnde Technikerfahrung und ein zu hoher Preis auf der einen Seite und unzureichende Information über die Bedürfnisse der Zielgruppe auf der Seite der Anbieter sind typische Hemmnisse und Barrieren. Hinzu kommt, dass gerade im Bereich AAL der Verkauf der Produkte sehr eng mit der Zahlungs- und Kaufbereitschaft der älteren Menschen verbunden ist. Hier ergeben sich Parallelen zu einem weiteren Querschnittsthema.
  • Soziale Ungleichheiten: Während in Deutschland die ältere Bevölkerung eine geringere Armutsquote aufweist als die Gesamtbevölkerung, sieht die Situation in Korea anders aus: Die Armutsquote der älteren Menschen ist hier mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. In beiden Ländern ist zudem ein starker Zusammenhang zwischen Einkommen und Bildung auf der einen Seite und Gesundheitszustand auf der anderen Seite auszumachen.
  • Prävention: Obwohl Alter nicht zwangsläufig mit Krankheit gleichzusetzen ist, steigt mit wachsendem Lebensalter die Wahrscheinlichkeit, an einer oder mehreren Erkrankungen zu leiden. Dabei steht sehr häufig die Frage im Vordergrund, in welchem Gesundheitszustand die zusätzlichen Lebensjahre verbracht werden. Die Kompressionsthese geht davon aus, dass sich die Phase der chronischen Krankheit in Zukunft deutlich verringern wird und der überwiegende Teil der Lebenszeit bei guter Gesundheit verbracht wird. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Prävention und Gesundheitsförderung für Personen im höheren Lebensalter darauf ausgerichtet, Krankheiten und Funktionseinschränkungen zu vermeiden, Unabhängigkeit und aktive Lebensgestaltung zu erreichen und ein dementsprechendes Unterstützungssystem auszubauen.

Vorgehen

  • Verfestigung der bisherigen Kooperationen: Mehrere der potenziellen Teilnehmer hatten schon Kooperationen mit koreanischen Partnerorganisationen aufgebaut. Der Workshop gab Gelegenheit, diese Kooperationen zu intensivieren und um weitere themenrelevante Akteure zu erweitern.
  • Gegenseitiger Austausch bisheriger Erfahrungen: Im Sinne eines „Voneinander Lernens“ sollte der Workshop dazu beitragen, bisherige Erkenntnisse miteinander auszutauschen. So konnten Erfolgsfaktoren aber auch „Stolpersteine“ länderübergreifend identifiziert und nach gemeinsamen Lösungskonzepten für vergleichbare Herausforderungen gesucht werden.
  • Ausweitung der Themenfelder: Die internationale und interdisziplinäre Zusammensetzung der Teilnehmer trug dazu bei, die Themenfelder unter anderen Blickwinkeln zu betrachten und gegebenenfalls um weitere Felder auszubauen.
  • Ausarbeitung konkreter Projektideen: Der Workshop bot Gelegenheit, eine konkrete Idee in eine Projektskizze zu übertragen und mit weiteren Experten im Rahmen der Diskussionen weiter zu entwickeln.
  • Gemeinsame Suche nach Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten: Für die Aufrechterhaltung von Forschungskooperationen ist eine zuverlässige Finanzierungsgrundlage unverzichtbar. Der Workshop bot Gelegenheit, Finanzierungsmöglichkeiten auf nationaler und internationaler Ebene zu erörtern.
  • Erstellen eines Strategie- und Kooperationspapieres: Die Ergebnisse des Workshops werden noch in einem Papier „Demografischer Wandel in Deutschland und Südkorea“ (vorläufiger Titel) festgehalten und verankert. Das Dokument konzentriert sich dabei auf bestehende Forschungsbedarfe in den Themenfeldern des Workshops. Dabei werden nicht nur wissenschaftliche Akteure beider Länder, sondern explizit auch politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger adressiert, um evtl. Fördermaßnahmen und politisches und gesellschaftliches Handeln gezielt auf die Fragestellungen auszurichten und zu konzertieren.

Workshop vom 07.10.2013 - 08.10.2013

Abbildung Gruppenfoto der Teilnehmer des Workshops vom 07.und 08.10.2013 an der Seoul National University

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