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Berufsbilder im Gesundheitssektor / BIGBerufsbilder

Ziel und Aufgabenstellung

„Arbeit und Qualifizierung“ in der Gesundheitswirtschaft brauchen eine neue Humanzentrierung. Orientierungspunkte hierfür sind zum einen die gesundheitlichen Bedürfnisse und Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger und zum anderen die Bedürfnisse und Interessen der Beschäftigten hinsichtlich guter und zukunftsfähiger Arbeitsplätze. Konzepte zur Fachkräftesicherung, neue Berufe und Qualifikationen sowie Konzepte zur Arbeitsgestaltung müssen ihre Leistungsfähigkeit auch im Sinne sozialer Innovationen nachweisen, die gleichzeitig mehr Gesundheit für die Nutzer und Patienten und gute und nachhaltig tragfähige Arbeit für die Beschäftigten realisieren. Als Sammelüberschrift für die skizzierten Debatten und Spannungsfelder wird oft der Begriff „Neue Arbeitsteilung“ verwendet. „Neue Arbeitsteilung“ gilt als konzeptioneller Rahmen zum einen für neue Kompetenz- und Prozesszuschnitte zwischen etablierten Berufen des Krankenhauses (z.B. Medizin/Pflege), zum anderen für eine zunehmende Differenzierung und Spezialisierung gesundheitsbezogener Berufe sowie auch die Schaffung neuer Berufe, vor allem im Bereich Assistenz und Service. Veränderungen im Berufs- und Tarifgefüge, neue Kompetenzzuschnitte und Karrierewege sind die Folge. Das Forschungsprojekt hat die laufenden Umbrüche und Erneuerungen bei der Entwicklung und Nutzung von Berufsbildern im Gesundheitssektor differenziert erfasst und daraufhin untersucht, welche Ansätze und Trends im Sinne einer Stärkung der Patientenorientierung und „guter Arbeit“ für Beschäftigte in Gesundheitsberufen fruchtbar sein könnten.

Vorgehen

Im Einzelnen ging es bei der Studie um die Beantwortung der folgenden Fagestellungen:

  • Wie haben sich die Berufsbilder und Aufgabenzuschnitte in den letzten Jahren verändert?
  • Welche neuen Berufe finden sich in der Praxis, sind in der Entwicklung oder in der Diskussion?
  • Welche Veränderungen der Arbeitsteilung zwischen etablierten Berufen sowie etablierten und neuen Berufen lassen sich in Krankenhäusern identifizieren?
  • Welche Zielsetzungen und Interessen werden mit neuer Arbeitsteilung und neuen Berufen in den Krankenhäusern verfolgt?
  • Welche Karriere- und Qualifikationswege lassen sich in Krankenhäusern beschreiben? Gibt es „Sackgassenberufe“?
  • Lassen sich erste Aussagen über die in der Praxis realisierten Effekte der Erneuerungen treffen? Findet sich Evidenz für mehr Gesundheit, bessere Arbeit und wirtschaftliche Vertretbarkeit?
  • Lassen sich aufgrund der Ergebnisse Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Krankenhaus formulieren?

Zur Beantwortung der Fragestellungen wurden neben einem Literatur-Review (Arbeitspaket 1) auch Experteninterviews u.a. mit Berufsorganisationen, Personalleitern in Krankenhäusern, Mitarbeitervertretungen und Verantwortlichen akademischer Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen durchgeführt (Arbeitspaket 2). Vertieft wurden die Erkenntnisse durch die Auswertung verfügbarer Daten zum berufsbiographischen Werdegang von Absolventen gesundheitsbezogener Aus- und Weiterbildungsgänge (Arbeitspaket 3) sowie durch Fallstudien in Krankenhäusern (Arbeitspaket 4). Die Arbeiten wurden durch Expertenworkshops begleitet (Arbeitspaket 5) und mündeten in die Darstellung der Gesamtergebnisse und der Ableitung von Empfehlungen (Arbeitspaket 6).