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Maßgeschneiderte Maßnahmen zur regionalen Gewinnung und Bindung hochqualifizierter Arbeitnehmer. "Pushing the right Button" / BUTTON

Ziel und Aufgabenstellung

In Zeiten, in denen Innovation und Wissen der Schlüssel zur wirtschaftlichen Entwicklung und Wohlstand sind, ist Humankapital in Form von hochqualifizierten und kreativen Arbeitnehmern eine wichtige Ressource. Viele europäische Regionen, vor allem aber so genannte ‚Nicht-Kern-Regionen‘ stehen vor der Herausforderung hochqualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und dauerhaft an den Standort zu binden. Gut ausgebildete Arbeitskräfte sind nicht nur notwendig, um Innovationen in Unternehmen und dem öffentlichen Sektor in der Region zu fördern, sondern auch zur Sicherung der Kaufkraft, zur Erhöhung des Dienstleistungsniveaus, zur Stärkung sozialer Strukturen und sie tragen damit zur Verbesserung der Attraktivität und Reputation einer Region bei. Wenn nichts unternommen wird, riskieren Regionen in eine Negativspirale zu geraten, in der sie gut ausgebildete Arbeitskräfte verlieren, was die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Region negativ beeinflusst und wiederum dazu führt, dass Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung hochqualifizierter Arbeitnehmer an die Region entstehen. Diese Probleme kommen vor allem in Gebieten zu tragen, die weit entfernt von großen Ballungsräumen liegen (z. B. Südnorwegen, Navarra) sowie in sogenannten „Randstädten“; betreffen aber auch Gebiete in der Nähe von Ballungsräumen (Osten der Niederlande, Randgebiete von NRW). 
Das Konzept der Attraktivität ist komplex. Im Allgemeinen scheinen Ballungsräume und Metropolregionen für junge Fachleute attraktiver zu sein, nicht nur wegen vielfältiger Arbeitsmöglichkeiten und der angebotenen Studiengänge, sondern auch wegen des ‚Images‘ dieser Ballungsräume, die sich deutlich von denen vieler Kleinstädte und Regionen mit einem dominanten ländlichen Charakter unterscheiden. Es gibt jedoch viele Gründe, aus denen junge Fachkräfte doch daran interessiert sind, in die ‚Nicht-Kern-Regionen‘ zurückzukommen oder direkt dort zu bleiben. Zusätzlich zu den ihnen angebotenen Berufsmöglichkeiten, können als weitere Bindungsfaktoren soziale Bindungen (Familie und Freunde), gute Kinderbetreuung, Natur- und Landschaftsbilder, die Anwesenheit eines bestimmten (z. B. weniger hektischen) Umfelds oder einfach nur die kulturelle Identität der Person in Betracht gezogen werden. Gleichzeitig könnte dieses Interesse durch bestimmte Schwierigkeiten geschwächt werden wie z. B. durch einen Mangel an beruflichen Perspektiven für den Partner/die Partnerin oder das Fehlen eines bestimmten Immobilienmarktsegmentes oder bestimmter Dienstleistungen.
Im Rahmen des INTERREG IV C ‚Brain Flow‘ Mini Programms zielte das Projekt ‚BUTTON‘, welches aus dem 'European Regional Development Fund' (ERDF) finanziert wurde, darauf ab, maßgeschneiderte regionalpolitische Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung Hochqualifizierter an Regionen zu entwickeln. Die deutsche Untersuchungsregion im Projekt war Ostwestfalen-Lippe (OWL). 
Das Projekt verfolgte grundsätzlich zwei Ziele:

  1. es betrachtete die spezifischen Bedingungen und Umstände der Untersuchungsregionen, produzierte maßgeschneiderte politischen Empfehlungen,
  2. es bot eine Austauschplattform für Ideen, Analyse- (sowohl für die Arbeitsmarktentwicklung als auch für die regionale Politik) und verschiedene Handlungsmethoden an.

Vorgehen

Die Projektziele wurden in vier Schritten realisiert: 
Erstens: detaillierter Wissenserwerb über Trends und Prozesse, die Mobilität und Bindung von hochqualifizierten Arbeitnehmern,
Zweitens: Erwerb und Austausch von Wissen über Mechanismen zur Förderung der regionalen Gewinnung und Bindung von hochqualifizierten Arbeitnehmern, 
Drittens: Erstellung regionaler Maßnahmen und Instrumente, die zu den spezifischen Gegebenheiten und Zielen der beteiligten Regionen passen,
Viertens: Entwicklung eines Instrumentariums zur Nutzung in den Untersuchungsregionen sowie in weiteren Regionen durch die Bereitstellung eines Leitfadens für politische Entscheidungsträger, um ihnen vorzuführen wie man politische Maßnahmen gemäß der regionalen Bedürfnisse auswählt, anpasst und implementiert. Politische Entscheidungsträger und regionale Akteure wurden an dem Projekt von Anfang an beteiligt.

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