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Qualitätsproduktion - Spezifizierung und Typologisierung / Quast

Ziel und Aufgabenstellung

Den Ausgangspunkt des Projektes bildet die Annahme, dass innovative, auf den Markt ausgerichtete Unternehmensstrategien einen Beitrag zum Beschäftigungswachstum leisten können. Sie sind weniger auf den Wettbewerb durch einseitige Kostensenkung als auf Produkt- und Prozessvorsprünge einer ökologischen und beschäftigungswirksamen Produktion ausgerichtet. Dabei handelt es sich nicht nur um vollständig neue Produkte, sondern auch um das Angebot von Produkten, die eine überlegene, über bisherige Standards weit hinausgehende Qualität enthalten, weshalb wir von einer Strategie der Qualitätsproduktion sprechen wollen.

In einer heuristischen Systematik werden folgende Elemente einer Qualitätsproduktion unterschieden:

  • Ökologische Qualität: Es erfolgt eine Dematerialisierung des Produktes, das heißt unter Einbezug aller Produktions- und Nutzungsaspekte wird der Materialverbrauch gesenkt.
  • Integrative Qualität: Der Kundennutzen wird dadurch erhöht, dass nicht mehr ein einzelnes Produkt bzw. eine einzelne Dienstleistung angeboten wird, sondern ein Systemangebot, das Produkte mit Dienstleistungen verbindet, Dienstleistungen integriert usw.
  • Kommunikative Qualität: Zwischen dem Anbieter eines Produktes bzw. einer Leistung und dem Kunden (Unternehmen oder Endverbraucher) besteht eine kontinuierliche Rückkopplung, die den Produktionsprozess bzw. die Nutzung kontinuierlich optimiert.

Diese drei Elemente sind weder abschließend noch schließen sie sich gegenseitig aus. Weiterhin wird herausgearbeitet, dass die kontinuierliche Umsetzung einer derartigen Qualitätsproduktion hohe Anforderungen an die inner- und zwischenbetriebliche Organisation wie auch an die Kompetenzen der Beschäftigten stellt. Eine Umorientierung in Richtung Qualitätsproduktion beinhaltet also nicht allein ein neues oder verändertes Produkt, sondern erfordert eine entsprechende Neuorientierung letztlich aller inner- und zwischenbetrieblichen Organisationsstrukturen und Prozesse.

 

Vorgehen

Das Projekt wurde in drei Arbeitsschritten durchgeführt:

  1. Zusammenstellung von Beispielen (Best Practice) für eine neue Qualitätsproduktion
  2. Konzeptionelle Verdichtung (Typenbildung)
  3. Hypothesenbildung

Materialgrundlage bildet die Sekundärauswertung von laufenden bzw. abgeschlossenen Projekten der Abteilung Industrieentwicklung, vor allem die Clusterprojekte und die Branchenanalysen. Ergänzend wurde auf die fachwissenschaftliche Literatur zurückgegriffen, vor allem auf Beispiele aus der Fachpresse und der Managementliteratur, aber auch auf Beispiele aus der industriesoziologischen und organisationswissenschaftlichen Diskussion. Die Ergebnisse wurden in die Arbeit der Projekte zurückgekoppelt und bildeten die Grundlage für die Formulierung neuer Projekte, vor allem über die Entstehung neuer Branchen.